Film: Der lange Atem – Antimilitaristische Opposition und Wiederbewaffnung in Westdeutschland 1945-1955


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Der Film „Der lange Atem“ dokumentiert, wie in den 1950er Jahren die Wiederbewaffnung Westdeutschlands mit Lügen und undemokratischen Methoden gegen den Willen der großen Mehrheit der Bevölkerung durchgesetzt wurde. Im Mittelpunkt stehen die Berichte des Remilitarisierungsgegners Oskar Neumann, der während der Nazizeit im Konzentrationslager eingesperrt gewesen war. Wochenschauausschnitte, Fotos und Tonaufnahmen versetzen den Zuschauer in die Atmosphäre der 50er Jahre.

Im Anschluss an den Film gibt es die Möglichkeit mit dem Filmemacher Christoph Boekel zu diskutieren.

BRD 1981. 95 Minuten, 16mm, s/w. Buch und Regie: Christoph Boekel, Beate Rose
Kamera: Gerard Samaan, Christoph Boekel, Klaus Stanjek Montage: Christoph Boekel, Beate Rose
Auszeichnungen: Preis der deutschen Filmkritik 1982

Eine Veranstaltung von VVN-BdA Bremen und CITY 46 / Kommunalkino Bremen e.V.


Die Ankündigung der Bundesregierung, die Wehrpflicht wieder einzuführen, hat viele Jugendliche auf die Straße gebracht und Aktivitäten in Gang gesetzt.
Aber ist bekannt, wie das mit der Wehrpflicht überhaupt zustande kam? Wie schon 10 Jahre nach dem Ende des von Deutschland begonnenen 2. Weltkriegs mit über 50 Millionen Toten und ungeheurer Zerstörung wieder eine Armee in Westdeutschland aufgestellt werden konnte?

In der Öffentlichkeit klangen bekannte Politiker so: Der spätere Bundeskanzler Konrad Adenauer gab sich 1946 pazifistisch: „Wir sind einverstanden, dass wir völlig abgerüstet werden, dass unsere reine Kriegsindustrie zerstört wird.“

Der SPD-Politiker Carlo Schmidt 1946: „Wir wollen unsere Söhne niemals mehr in die Kasernen schicken (…) Wir wollen in Deutschland keinen Krieg mehr führen, und wir wollen darum auch keine Vorbereitungen treffen, die das Kriegführen ermöglichen können, weder im politischen noch im wirtschaftlichen Sinne.“
Und Franz Josef Strauß von der CSU hörte sich 1949 noch so an: „Wer noch einmal ein Gewehr in die Hand nehmen will, dem soll die Hand abfallen.“

Hinter den Kulissen allerdings trieb Konrad Adenauer in Zusammenarbeit mit ehemaligen Generälen der Hitler-Wehrmacht den Aufbau einer neuen Armee voran.
Die Gegner dieser Politik, es waren Millionen, wurden massiv verfolgt, kassierten Gefängnisstrafen, bei der Friedenskarawane im Mai 1952 in Essen gab es Verletzte und einen Toten. Im Januar 1956 zogen dann die ersten freiwilligen Rekruten in die Kasernen ein und im April 1957 die ersten Wehrpflichtigen.

 

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