Kämpferische Reden und blinde Flecken

Am 10. Juli hatten DGB und Einzelgewerkschaften unter dem Motto UNS REICHT’S! Bambule – Nein zum Sozialabbau und zur permanenten Abwertungspolitik auf dem Bremer Marktplatz mobilisiert. Es kamen eine ganze Menge Menschen, die lautstark ihren Protest gegen die aktuelle Politik der Bundesregierung kundtaten. In einzelnen Redebeiträgen wurde gezeigt, was die Sparpolitik der CDU/SPD-Regierung in vielen Bereichen für katastrophale Folgen haben wird.

Vollkommen unverständlich ist es, dass mit keinem Wort die immensen Rüstungsausgaben angeprangert wurden.  Alle BürgerInnen wissen doch aus eigener Erfahrung, dass ein Euro nur einmal ausgegeben werden kann. Und im Moment ist nicht zu übersehen, dass die Milliarden nicht für Soziales ausgegeben werden, sondern für eine beispiellose Aufrüstung. Weiter lesen… „Kämpferische Reden und blinde Flecken“

Flaggentag in Bremen – Atomwaffen raus!

Am 8.7. wird jedes Jahr weltweit in Tausenden Städten gegen Atomwaffen demonstriert. Auf Initiative des Bürgermeisters von Hiroshima gründete sich die Organisation Mayors for Peace. Auch der Bremer Bürgermeister ist Mitglied. Schon frühzeitig hatte die Friedensinitiative in Unser Lieben Frauen bei Dr. Andreas Bovenschulte um ein Grußwort gebeten und eine Zusage erhalten. Sehr kurzfristig kam eine Absage. Auch für eine Vertretung oder ein schriftliches Grußwort reichte es nicht. Das ist sehr bedauerlich. Immerhin: Die Fahne der Bürgermeister für den Frieden wehte am Rathaus. Davor fand eine gut besuchte Kundgebung statt, die musikalisch mit Posaunenspiel eröffnet und beendet wurde. Weiter lesen… „Flaggentag in Bremen – Atomwaffen raus!“

Rudolf Hickel: Kanonen oder Butter –
Gesamtwirtschaftliche Bedeutung von Rüstungsausgaben

Von Rudolf Hickel – veröffentlicht in Ossietzky

Sind Rüstungsinvestitionen gesamtwirtschaftlich rentabel? Immer, wenn es darum geht, ungewöhnlich hohe Rüstungsausgaben zu begründen, wird von den  Befürwortern versucht, ihnen das Mäntelchen des ökonomischen Nutzens umzuhängen. Rüstungsausgaben sind Investitionen, die der Volkswirtschaft einen  spürbaren Wachstumsimpuls geben, heißt es dann immer öfter in Publikationen und Talkshows, oft von Experten geäußert, die zugleich Lobbyisten sind. Weit gefehlt im Vergleich zu anderen Investitionen, zumal im direkten Vergleich zu öffentlichen Infrastrukturinvestitionen, sagen die Kritiker. Seit der  Aussetzung der Schuldenbremse zur Finanzierung von Rüstungsausgaben ist die neue alte Debatte wieder einmal in Meinungsbild gerückt worden: Kanonen  oder Butter? Waffen oder Wohlstand?

Zugespitzt gesagt ist es den Befürwortern egal, wie und was produziert wird, es  steigere das Bruttoinlandsprodukt gleichermaßen. Wirklich? Was ist an dieser These dran? Wirtschaftswissenschaftlich gesprochen, befinden wir uns hier in  der Kontroverse um den Einkommensmultiplikator und seinen Einfluss auf die  Staatsfinanzen. Weiter lesen… „Rudolf Hickel: Kanonen oder Butter –
Gesamtwirtschaftliche Bedeutung von Rüstungsausgaben“

Comfortably numb –
Schau nicht weg

Roger Waters (Pink Floyd) und Mona Miari haben einen Klassiker der Gruppe Pink Floyd neu aufgenommen und in aktuellen Kontext gestellt¹ – in die Frage, ob man zu gegenwärtigen Verbrechen schweigen kann. Da der Clip im Original auf Englisch bzw. Arabisch ist, haben wir deutsche Untertitel hinzugefügt.

Wer etwas tun möchte, kann sich vielfältig engagieren – eine besonders einfache Möglichkeit ist, mit der Familie, Freunden, Arbeitskolleg:innen über das Thema zu sprechen.

Noch einfacher: Zum Beispiel an Medico International zu spenden, die sich vor Ort engagieren: Website Medico Deutschland (Link)

¹ Das Original des Musikvideos und viele Hintergrundinformationen gibt es hier (Link).

Wer Frieden will, muss mit dem Feind reden

von Wilfried Preuß-Hardow

Anfang Juni dieses Jahres erschien die von Ralf Becker, Karen Hinrichs, Heinrich Schäfer und Theodor Ziegler herausgegebene ökumenische Friedensschrift „Wer Frieden will, muss mit dem Feind reden“. Sie kann als Gegenentwurf zu der unseligen Kriegsdenkschrift der EKD angesehen werden und richtet sich in erster Linie an ChristInnen und Kirchen, darüber hinaus aber bewusst auch an alle säkular friedensbewegten Menschen, sowie an Verantwortliche in Politik und Gesellschaft. In ihrer Argumentation nimmt sie Bezug auf die Bibel, aber auch auf Erkenntnisse der sozialwissenschaftlichen Friedens- und Konfliktforschung, insbesondere den Mythos der erlösenden Gewalt (Walter Wink) und die Entfaltung einer Friedenslogik (Anne-Margret Birckenbach).

Biblisch bezieht sich die Schrift vor allem auf die Kritik Jesu, auf den Splitter im Auge des anderen hinzuweisen und dabei den Balken im eigenen Auge zu ignorieren, sowie auf die goldene Regel (Alles, was ihr wollt, dass euch die Leute tun, das tut auch ihnen – populär in der negativen Form: was du nicht willst, dass man dir tut, das füg auch keinem anderen zu). In der Anwendung dieser biblischen Vorgaben auf die gegenwärtige politische Weltlage kommt die Schrift zu erfreulich klaren Aussagen. Einige Zitate mögen das exemplarisch verdeutlichen: Weiter lesen… „Wer Frieden will, muss mit dem Feind reden“