Wer Frieden will, muss mit dem Feind reden

von Wilfried Preuß-Hardow

Anfang Juni dieses Jahres erschien die von Ralf Becker, Karen Hinrichs, Heinrich Schäfer und Theodor Ziegler herausgegebene ökumenische Friedensschrift „Wer Frieden will, muss mit dem Feind reden“. Sie kann als Gegenentwurf zu der unseligen Kriegsdenkschrift der EKD angesehen werden und richtet sich in erster Linie an ChristInnen und Kirchen, darüber hinaus aber bewusst auch an alle säkular friedensbewegten Menschen, sowie an Verantwortliche in Politik und Gesellschaft. In ihrer Argumentation nimmt sie Bezug auf die Bibel, aber auch auf Erkenntnisse der sozialwissenschaftlichen Friedens- und Konfliktforschung, insbesondere den Mythos der erlösenden Gewalt (Walter Wink) und die Entfaltung einer Friedenslogik (Anne-Margret Birckenbach).

Biblisch bezieht sich die Schrift vor allem auf die Kritik Jesu, auf den Splitter im Auge des anderen hinzuweisen und dabei den Balken im eigenen Auge zu ignorieren, sowie auf die goldene Regel (Alles, was ihr wollt, dass euch die Leute tun, das tut auch ihnen – populär in der negativen Form: was du nicht willst, dass man dir tut, das füg auch keinem anderen zu). In der Anwendung dieser biblischen Vorgaben auf die gegenwärtige politische Weltlage kommt die Schrift zu erfreulich klaren Aussagen. Einige Zitate mögen das exemplarisch verdeutlichen: Continue reading „Wer Frieden will, muss mit dem Feind reden“

Kundgebung gegen Sozialkahlschlag am 10.7. um 15.30 Uhr Marktplatz

Sozialabbau und Militarisierung schreiten voran. Am 10.7. will der Bundestag über die Zukunft der Gesundheitsversorgung abstimmen. Rente, Pflege, Gesundheit, Infrastruktur, Bildung… die Aufzählung der Kürzungsorgien ist lang. Ausnahmen gibt es nur für Rüstung und Bundeswehr. Das erfordert unseren Widerstand. Das Bremer Friedensforum unterstützt die Kundgebung, um gegen den weiteren Abbau des Sozialstaats zu protestieren.

Wir veröffentlichen hier beispielhaft den Aufruf der Gewerkschaft GEW Bremen, siehe dieser LINK:

https://www.gew-hb.de/aktuelles/detailseite/bremen-bambule-uns-reichts

 

 

Leben des palästinensischen Kinderarztes Dr. Hussam Abu Safiya in akuter Gefahr – sofortige Beendigung seiner Gefangenschaft erforderlich

Grafik: IPPNW

Angesichts der akut lebensbedrohlichen Situation von Dr. Hussam Abu Safiya ruft die Jüdische Stimme alle Journalist:innen, medizinischen Vereinigungen und politischen Entscheidungsträger dazu auf, den Druck auf ihre Institutionen für eine sofortige Freilassung zu erhöhen und mit größtmöglicher Dringlichkeit zu handeln.

Der Anwalt von Dr. Abu Safiya, Nasser Odeh, konnte ihn am 2. Juli besuchen und berichtete von einem äußerst besorgniserregenden Gesundheitszustand. Nach seinen Angaben ist Dr. Abu Safiya seit Dezember 2024 täglich Folter und Misshandlungen ausgesetzt. Während des Besuchs habe er kaum aufrecht sitzen können, äußerst verängstigt gewirkt und mehrfach beinahe das Bewusstsein verloren.

„Dies ist das letzte Mal, dass du mich siehst… Sie haben mich hierher gebracht, um mich zu töten“, sagte Dr. Abu Safiya am Donnerstag zu seinem Anwalt. Nach Angaben seines Anwalts hätten sich die Folter und Misshandlungen verschärft, seit im vergangenen Monat richterliche Anhörungen zu seiner Freilassung begonnen haben. Continue reading „Leben des palästinensischen Kinderarztes Dr. Hussam Abu Safiya in akuter Gefahr – sofortige Beendigung seiner Gefangenschaft erforderlich“

Keine Ermittlungen zu Verstrickung von Elbit Systems in israelische Kriegsverbrechen

Fünf junge Menschen werden beschuldigt, eine kriminelle Vereinigung gebildet zu haben. Sie sind bei der Niederlassung der israelischen Rüstungsfirma Elbit Systems in Ulm eingebrochen, um auf die Verbrechen Israels in Gaza aufmerksam zu machen. Sie verweisen auf die Verantwortung von Elbit Systems für die systematischen Kriegsverbrechen. Das Gericht hat beschlossen, nicht zu dem Hintergrund und den Begründungen der Angeklagten zu ermitteln. Die Ermordung von mehr als 21 000 Kindern und Jugendlichen spielt für das Gericht keine Rolle. Ebenso wenig wie die Ankündigung der Fortsetzung des israelischen Genozids.

Wir fragen uns, ab wann eine „Missachtung der Menschenrechte“ (Allgemeine Erklärung der Menschenrechte) von einem solchen Gericht als rechtfertigender Notstand anerkannt werden würde? Welches Ausmaß der Barbarei muss erreicht sein, damit deutsche Gerichte handeln? Continue reading „Keine Ermittlungen zu Verstrickung von Elbit Systems in israelische Kriegsverbrechen“