Gedenken am 8. und 9. Mai in Bremen an den Gräbern sowjetischer Kriegsopfer

In Bremen wurde am 8. und 9. Mai 2024 an zwei Tagen und an zwei Orten der vielen Opfer aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion gedacht, die während des Zweiten Weltkrieges hier umgekommen und hier begraben worden sind. Warum finden die Gedenkstunden an zwei Tagen statt? Da es zum Zeitpunkt der deutschen Kapitulation in Berlin-Karlshorst 23 Uhr war und in Moskau schon der neue Tag angebrochen war, wird in Deutschland der Tag der Befreiung vom Faschismus am 8. Mai und in der Sowjetunion bzw. seinen Nachfolgestaaten der Tag des Sieges am 9. Mai begangen. Weiterlesen… „Gedenken am 8. und 9. Mai in Bremen an den Gräbern sowjetischer Kriegsopfer“

„Die Reihen fest geschlossen…“

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Konnte Zeitenwendekanzler Scholz am 02. Juli 2022 in seiner Videobotschaft an die Nation noch mit praktischen Ratschlägen – „Wenn wir uns unterhaken und zusammenhalten, sind wir stark“ – zur Festigung des nationalen Selbstgefühls beitragen, warnte Bundesaußenministerin Annalena Baerbock schon im Mai 2022 beim Ostseerat in norwegischen Kristiansand vor einem „Moment der Fatigue.“

Was im Sinne der Ministerin von Taz bis FAZ als „Kriegsmüdigkeit“ übersetzt wurde, soll nun, zwei Jahre später, mit geballter politischer und medialer Macht in Kriegsbereitschaft, Kriegstüchtigkeit und Kriegsbegeisterung verwandeln werden, nachdem sich herumgesprochen hat, dass es nicht genügt, die Ukraine mit Finanzmitteln und Mordgerät in Höhe von annähernd 30 Milliarden Euro auf eine Siegerstraße zu befördern, die sich als blutige Sackgasse erwiesen hat. Weiterlesen… „„Die Reihen fest geschlossen…““

„Steadfast Defender 2024“ Angriff oder Verteidigung?

10 Gründe, „Steadfast Defender 2024“ abzulehnen

„Steadfast Defender 2024“ ist mit 90.000 Soldaten aus 31 Mitgliedsländern das
größte Nato-Manöver seit Ende des letzten Kalten Krieges und richtet sich im
Gegensatz zu früheren Großmanövern ausdrücklich gegen die Russische Föderation.
Hier sind 10 Gründe, „Steadfast Defender 2024“ abzulehnen.
Sicher gibt es noch einige Dutzend mehr. Download des Flyers (PDF, 750 KB)
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Deutsch-Russische-Friedenstage e.V.:
Kondolenzschreiben zum Terrorangriff in Moskau

Der Verein Deutsch-Russische-Friedenstage e.V. hat ein Kondolenzschreiben an den Botschafter der Russischen Föderation anlässlich des Terrorangriffs auf die „Crocus City Hall“ in Moskau geschickt.

Bremen, 25. März 2024
Sehr geehrter Herr Botschafter Sergej J. Netschajew,

voller Entsetzen haben wir die Nachrichten von dem grausamen Attentat auf unschuldige und friedliebende Menschen in Moskau gehört. Den Angehörigen möchten wir unser Beileid aussprechen. Mit den Verletzten hoffen wir auf ihre Genesung. Dem russischen Volk und Ihnen, Herr Botschafter, gilt unser Mitgefühl. Weiterlesen… „Deutsch-Russische-Friedenstage e.V.:
Kondolenzschreiben zum Terrorangriff in Moskau“

„Steadtfast Defender 2024“ –
Angriff oder Verteidigung?

15 Gründe, „Steadfast Defender 2024“ abzulehnen

„Steadfast Defender 2024“ ist mit 90.000 Soldaten aus 31 Mitgliedsländern das größte Nato-Manöver seit Ende des letzten Kalten Krieges und richtet sich im Gegensatz zu früheren Großmanövern ausdrücklich gegen die Russische Föderation.

Hier sind 15 Gründe, „Steadfast Defender 2024“ abzulehnen. Sicher gibt es noch einige Dutzend mehr. Weiterlesen… „„Steadtfast Defender 2024“ – Angriff oder Verteidigung?“

Das Leningrad-Konzert in der Kirche Unser Lieben Frauen

Der Verein Deutsch_Russische Friedens_Tage e.V. setzte sein Reihe von Veranstaltungen, gewidmet dem 80. Jahrestag der Befreiuung Leningrads, am 10. Februar 2024 mit dem „Leningrad-Konzert“ fort. Im großartigen Raum der Kirche Unser Lieben Frauen in Bremen hatten die Organisatoren ein abwechslungsreiches und attraktives Programm zusammengestellt. Besonders bejubelt wurde das Streichquartett mit der Musik von D. Schostakowitsch und mit Musikern der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen sowie der junge Geiger Alexander Kulitzkiy, der zwei Sätze aus der Partita Nr. 2 von J. S. Bach spielte. Es wurden die Werke aufgeführt, u.a. von D. Schostakowitsch, M. Mussorgski, L.v. Beethoven, J.S. Bach, die auch im belagerten und ausgehungerten Leningrad gespielt worden waren. Kunst und Kultur waren damals lebendig und lebenswichtig – mitten in einem unvorstellbar grausamen Krieg.

Am Schluss wurde es noch einmal explizit politisch. Louis-Ferdinand von Zobeltitz (Pastor im Ruhestand und ehemaliger Schriftführer der Bremischen Evangelischen Kirche) verurteilte in aller Klarheit und mit aller Schärfe den gegenwärtiegen Kriegskurs der Nato und die grassierende Russophobie.
Ach wenn doch in allen deutschen Kirchen solcherart Klartext gesprochen würde!

Lesung mit Lyrik von Anna Achmatowa

Im Rahmen der Ausstellung zum Ende der Blockade von Leningrad (1941-1944) vor 80 Jahren wurde Lyrik der russischen Dichterin Anna Achmatowa (1889-1966) vorgetragen. Sie wurde zu Anfang der Blockade mit anderen Künstlerpersönlichkeiten aus Leningrad nach Taschkent evakuiert, war aber gedanklich mit ihrer Heimatstadt weiter eng verbunden.

Zwischen den Lesungen wurden von Jens Derner und Wolfgang Krieger biografische und historische Anmerkungen gebracht und von den Musikern Tim Schikoré und Vladirimos Papadopoulos (beide Gitarre), Ivan Emelianov (Cello), Vladislav Savenko (Violine) sowie zwei Solistinnen des Chores „Rodina“ Musikstücke dargeboten. Weiterlesen… „Lesung mit Lyrik von Anna Achmatowa“

Eröffnung der Ausstellung zur Blockade von Leningrad (1941-1944) in Bremen

Rolf Becker (Hamburg) gab Einblick in Leid und Widerstand

Unter großer Beteiligung wurde die Ausstellung zur Blockade zu Leningrad unter dem Motto „Niemand ist vergessen und nichts ist vergessen“ in der evangelischen Kirche Unser Lieben Frauen in Bremen eröffnet, genau am 80. Jahrestag der Beendigung der Blockade durch die Rote Armee. Der Schauspieler Rolf Becker gab einen Blick in die Zeit der Bombardierungen, des Hungers, des Todes von über einer Million Einwohnern und vom Widerstand in diesen 872 Tagen. In seiner Performance las er zu den Berichten Zitate aus den Tagebüchern der Mädchen Tanja Schawitschewa und Lena Muchina, außerdem aus der Lyrik von Olga Bergholz, gab Beispiele der Musik, die in diesen Tagen in Konzerten aufgeführt wurde, sowie Fotos und Ausschnitte aus Dokumentarfilmen.

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Pressemitteilung vom 25. Oktober 2023: Bahnwerkstatt und sowjetisches Gräberfeld

Pressemitteilung vom 25. Oktober 2023

Petitionsausschuss sieht keine Möglichkeiten den Anliegen zu entsprechen

Bürgerinitiative ist inhaltlich und finanziell gut gerüstet für langwierigen Rechtsstreit.

Mit Beschluss der Bremischen Bürgerschaft vom 13.10.2023 wurden die beiden Petitionen S 20-203 (keine Bahnwerkstatt in Oslebshausen) sowie S 20-205 (Einrichtung einer NS-Zwangsarbeiter:innen Gedenkstätte in Bremen-Oslebshausen) abgelehnt und für erledigt erklärt (Drs. 21/44 S). Beide Petitionen wurden bereits im Mai 2021 gestellt und wenden sich gegen die Bebauung eines Geländes in Bremen- Oslebshausen mit einer Bahnwerkstatt. Die Bürgerinitiative Oslebshausen und umzu hat frühzeitig gemeinsam mit dem Bremer Friedensforum darauf hingewiesen, dass auf der Projektfläche der Bahnwerkstatt ein Zwangsarbeiterfriedhof angelegt war. Die aufgrund der Hinweise der beiden zivilgesellschaftlichen Organisationen vom Bremer Senat in Auftrag gegebenen archäologischen Grabungen kamen zu dem Ergebnis, dass insgesamt 66 vollständige Skelette sowie tausende von Knochenfragmenten sowjetischer Zwangsarbeiter gefunden wurden. Über den Verbleib von etwa 300 dort bestatteten Zwangsarbeitern besteht nach wie vor Unklarheit.

Neben dem aus Sicht von Friedensforum und Bürgerinitiative unbefriedigendem Ergebnis der Beschlüsse der Bürgerschaft kritisieren beide Organisationen die lange Verfahrensdauer. „Warum man insgesamt 2 ½ Jahre benötigt, um über diese Petitionen zu befinden, erschließt sich den Bürger*innen nicht. Inzwischen hat die Planfeststellung begonnen und hierdurch sind bereits Fakten geschaffen worden“, bemerkt Dieter Winge von der Bürgerinitiative Oslebshausen. „So beschädigt man demokratische Institutionen und die Bürger*innen fühlen sich zu Recht in ihren Rechten missachtet“ ergänzt Ekkehard Lentz vom Bremer Friedensforum.

Die Petition S 20-205 fordert, dass auf dem ehemaligen Friedhofsareal auf den Bau einer Bahnwerkstatt verzichtet wird und stattdessen eine angemessene Stätte des Gedenkens für die Opfer des Zwangsarbeitereinsatzes im dritten Reich geschaffen wird. Für Ekkehard Lentz war die Ablehnung der Petition erwartbar: “Das Mindeste jedoch wäre eine Aussage des Senats, dass der bisherige Umgang mit der Reitbrake in keiner Weise dem von Antifaschisten geforderten Umgang mit den Verbrechen der Naziherrschaft entsprochen hat.“

Zugestanden wird BI und Friedensforum jedoch nun offenbar eine Mitsprachemöglichkeit bei der Konzeption eines Gedenkortes im sog. Klimawald Oslebshausen, der nördlich der geplanten Bahnwerkstatt entstehen soll. Bisher war ausschließlich die Rede von einer zentralen Gedenkstätte auf dem Osterholzer Friedhof; die jetzigen Planungen, auch nahe dem Ort des Geschehens eine Gedenkstätte zu schaffen, begrüßen BI und Friedensforum ausdrücklich und erwarten, dass diese Planungen auch tatsächlich umgesetzt werden.

Auch für die Bürgerinitiative Oslebshausen war die Ablehnung der Petition, die sich gegen den Standort Reitbrake für die notwendige Bahnwerkstatt richtet, zu erwarten. „Politik und Verwaltung haben von Beginn an alle guten Argumente gegen diesen Standort komplett ignoriert und ihre Planungen kompromisslos durchgezogen. Man hat es außerdem versäumt, für einen Plan B zu sorgen, falls der Standort Reitbrake noch gekippt werden sollte“, sagt BI-Sprecher Dieter Winge und setzt fort: „Wir sind fest entschlossen, den Standort Oslebshausen über den gerichtlichen Weg zu kippen. Wir haben inzwischen die wirtschaftlichen und inhaltlichen Voraussetzungen für eine Klage geschaffen und sind auch sehr optimistisch, dass es nicht zum Bau an diesem Standort kommen wird. Da es die Stadt versäumt hat, für einen alternativen Standort zu sorgen, wird hier durch Fehlplanung grob fahrlässig ein wichtiger Bestandteil der dringend notwendigen Verkehrswende aufs Spiel gesetzt.“

HINTERGRUND
Der französische Schienenfahrzeughersteller Alstom beabsichtigt mit Unterstützung des Bremer Senats eine Bahnwerkstatt mit Abstellanlage in Bremen-Oslebshausen bis zum Jahr 2024 auf dem Gelände zu errichten. Die Investition ist Teil eines 760 Millionen Euro schweren Auftrags.

Noch im Jahr 2012 sollte auf der Brache der Hafenbahn eine „Grüne Pufferzone“ eingerichtet werden, um die städtebaulichen Missstände zu beheben und die die Konflikte zwischen dem Wohngebiet in Oslebshausen und dem Industriehafen zu entschärfen (Link).

Angesichts der Auseinandersetzungen um die Ansiedlung der Klärschlammverbrennungsanlage versprachen die Regierungsparteien den Menschen in Oslebshausen in der 2019 geschlossenen Koalitionsvereinbarung (Link): „Wir stellen sicher, dass es vor Ort keine zusätzliche geruchliche Belästigung für die Bevölkerung gibt und dass der Stadtteil durch Maßnahmen in den Bereichen Müll, Verkehr und Lärm entlastet wird.“ Bereits zum Zeitpunkt der Unterzeichnung der Koalitionsvereinbarung verhandelten Beamte des Hafen- und des Verkehrsressorts die Ansiedlung der Bahnwerkstatt an diesem Standort.

Zur Bürgerinitiative Oslebshausen und umzu.
Wir sind Anwohnerinnen und Anwohner von Grambke, Gröpelingen und Oslebshausen und setzen uns für die Lebensqualität in unserem Stadtteil ein.
Als Bürgerinnen und Bürger eines überparteilichen Bündnisses machen wir gezielt auf unsere Belange aufmerksam. Von der Politik fordern wir, sich intensiver mit den Belangen unseres Stadtteils zu befassen. Wir wollen beitragen, ökologische
und soziale Lösungsalternativen für die drängenden Probleme unseres Wohnorts zu finden.

Pressekontakt: Dieter Winge – Tel.: 0179 379 6615 – Mail: info@bi-oslebshausen.de