Fabian Scheidler in Bremen –
ein Rückblick

Friedenstüchtig – Wege aus der Ohnmacht

Fabian Scheidler, Autor von „Das Ende der Megamaschine. Geschichte einer scheiternden Zivilisation“ und „Chaos. Das neue Zeitalter der Revolutionen“, traf mit seinem neuen Buch „Friedenstüchtig. Wie wir aufhören können, unsere Feinde selbst zu schaffen“ einen Nerv. Rund 100 Personen füllten am 2. März den Saal Heinrichstraße bis auf den letzten Platz. Veranstaltet wurde der Abend von DIEM25 und dem Bremer Friedensforum; eine Reihe von Gruppen aus der Friedens‑ und Antifabewegung sowie der Palästina‑Solidarität unterstützten die Veranstaltung.

An vier Beispielen skizzierte Scheidler seine zentralen Thesen: Auf jede Krise, auf jedes Verbrechen reagiere der Westen nach demselben Muster. Statt die Ursachen von Konflikten zu analysieren, werde in einer Weise gehandelt, die die Krise weiter eskaliere – anstatt zu löschen, werde Feuer ins Öl gegossen. Er unterscheidet drei außenpolitische Szenarien – der „Krieg gegen den Terror“, der Ukraine‑Krieg und der Gaza‑Konflikt – und argumentiert, dass die Reakionen des Westens nie zu einer Lösung des Konfliktes, sondern zur weiteren Eskalation geführt habe.

Auch die staatlichen Reaktionen auf die Corona‑Pandemie zeigten laut Scheidler Parallelen: Es werde in Kategorien von Freund und Feind gedacht, offene Diskussionen über Hintergründe und Maßnahmen fänden kaum statt, und der Ausnahmezustand werde zur Standardantwort. Wer dem Mainstream widerspreche, werde schnell isoliert, beschimpft oder denunziert. Die Herstellung herrschender Meinung erläuterte Scheidler anhand von Begriffen wie „Soft Power“, „Propaganda“ und „kognitive Kriegsführung“.

Der letzte Teil der Veranstaltung widmete sich Auswegen aus der Ohnmacht. Ermutigend war der Auftritt von zwei Jugendlichen ihrer Organisation Yuna, die vom Widerstand gegen die Wehrpflicht berichteten und zur Unterstützung der Demos aufriefen. Aus dem Publikum kamen konkrete Vorschläge, wie Schüler*innen vor Schulhöfen und im Unterricht gegen die Präsenz der Bundeswehr aktiv unterstützt werden können. Gegenseitiges Lernen und der Blick über den eigenen Tellerrand seien entscheidend: Die internationale Palästina‑Solidarität wirke ermutigend und beispielhaft.

Zum Abschluss zitierte Scheidler den Schlusssatz aus dem Epilog seines neuen Buches: „Wenn jemand dir sagt, es gelte für „das Gute“ in den Krieg zu ziehen gegen „das Böse“, prüfe die Guten. Studiere ihre Taten.“

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