Nur 5 Tage nach dem Israelisch/US- Amerikanischen Angriff auf Iran hat gestern das ARD – Nachrichtenmagazin Monitor einen sehr aufschlussreichen Beitrag gesendet.
Anhand von drei historischen Vergleichen – Irak, Libyen, Afghanistan – zieht Monitor eine verheerende Bilanz für vorangegangene Regime- Chance – Aktionen und zeigt die katastrophalen Auswirkungen dieser Militärschläge auf die betroffenen Länder.
Das schreibt der WDR: „Der Angriff der USA und Israels auf Iran wird mit zwei großen Zielen verbunden: mehr Sicherheit im Nahen Osten und der Sturz des Mullah-Regimes in Teheran. Was aber ist der Plan zum Erreichen dieser Ziele außer wochenlanger Luftangriffe?
Fachleute haben Zweifel, ob es einen solchen Plan überhaupt gibt und erinnern an die erzwungenen Umstürze im Irak, in Afghanistan und in Libyen, die zu noch mehr Terror und Chaos geführt haben.“
Hier der Link zum Monitor-Beitrag auf der Webseite der ARD: (Link)
Der Beitrag ist aufschlussreich. Was mir fehlt seitens des Friedensforum, ist ein kritischer Blick auf die Wortwahl der Berichterstattung. Da ist von „fehlender Strategie“ dieser Kriege gegen „Diktaturen" die Rede und davon, dass eine „Destabilisierung“ und das „Gegenteil“ erreicht wurden. Zwischen den Zeilen kommt als Kern der Kritik zum Ausdruck: Diese Kriege haben nicht erreicht, was sie beabsichtigt haben. Vom Friedensforum würde ich einen Hinweis erwarten, dass jeder Versuch eines Regime-Change frontal gegen die UN-Charta verstößt. Die Regierungsform der Mitgliedsstaaten ist unerheblich, der „Grad" der Demokratie ebenfalls. Natürlich können wir das von den staatstragenden Leitmedien nicht erwarten und der Hinweis auf diesen Beitrag ist richtig, sollte aber in den grundlegenden Kontext gestellt werden.
Ich bitte darum, dass seitens der Verantwortlichen über diesen Punkt gesprochen wird. Wenn wir unsere Mitmenschen ernsthaft gegen Raubkriege und Weltherrschaftspläne
mobilisieren wollen, müssen wir hier Klartext reden (UN-Charta), wonach das Verbot der Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines anderen Staates einer der Grundpfeiler internationaler Friedensordnung ist. Und die Bemäntelung mit „Demokratie“, „Freiheit“, Kampf gegen „Diktatur“ usw. nicht nur heuchlerische Doppelmoral, sondern glasklar ein Verstoß gegen internationales Recht ist.
Hans-Eberhard Scherer
Lieber Hans-Eberhard Scherer,
danke für deine differenzierte Stellungnahme zur Aufnahme des Monitor-Beitrags auf die Homepage.
Ein kritischer Blick auf die Wortwahl und damit die Ausrichtung des Beitrags wäre wünschenswert gewesen.
Also gut, dass du das hier nachlieferst.
Trotzdem muss nicht jeder Beitrag auf der Homepage völlig deckungsgleich mit der Meinung des SprecherInnenkreises, der Redaktion oder schon gar des gesamten Bremer Friedensforums sein.
Hier war doch bemerkenswert, dass es eine Sendung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist.
Monitor erreicht bis zu 2,4 Millionen ZuschauerInnen und liegt damit an der Spitze der ARD-Nachrichtenmagazine. Die Beiträge werden in den sozialen Medien auch häufiger geteilt als die vergleichbarer Magazine.
Als einziges Nachrichtenmagazin erreicht Monitor ähnliche Einschaltquoten wie " Miosga" und "Maybritt Illner".
Aber zurück zum Beitrag: Hier stellt sich eine Redaktion mutig gegen den herrschenden Militarisierungskurs der Regierung und der deutschen Medien.
Allein dafür respektiere ich Monitor schon in der heutigen Zeit.
Ich vermisse den guten Journalismus in den Mainstreammedien sehr.
Und dass das Bremer Friedensforum weiterdenken kann, das erkenne ich an vielen anderen Beiträgen auf der Homepage und den Kundgebungen.
Auch in Bezug auf die UN-Charta führst du das ja sehr richtig aus.
Hier verweise ich nur auf den hervorragenden Redebeitrag von Gerhard Baisch am 13.3. 2026 auf der Kundgebung, der ja bereits auf der Homepage steht.
Birgit Landau
Gelungenes Plakat. Dankeschön den Gestaltern.