
Liebe, sehr geehrte Mitmenschen, das Foto im Anhang zeigt den Eingang Domsheide 16 des Bremer Gerichtsgebäudes, in dem am Donnerstag, 18. Juni 2026, 9:00 Uhr, die Verhandlung des Landgerichts wegen meiner Bildmontagen beginnt.
Wie erinnerlich, wurde ich von einer Amtsrichterin der Vorinstanz verurteilt, weil ich die Kunstfreiheit in Anspruch genommen hatte, mich mit meinen Bildmontagen öffentlich – sprich: auf Instagram – politisch-kritisch zu äußern. Ich habe mit künstlerischen Mitteln warnend auf totalitäre Tendenzen in der bundesdeutschen Gesellschaft hingewiesen. Ich wollte und will die Gefahr einer Wiederkehr jener rechtswidrigen und unmenschlichen Vorgänge verdeutlichen, wie sie sich am Ende der Weimarer Republik und dann vor allem im Nationalsozialismus sowie im Zweiten Weltkrieg ereignet hatten.
Bevor es abermals „zu spät“ ist, habe ich als Künstler erkenn- und sichtbare Elemente der Wiederkehr jener teils mörderischen und tödlichen, teils über Generationen hinweg traumatisierenden historischen Erfahrungen aufgezeigt.
Eine der Bildmontagen verwies im Zusammenhang des demokratisch und medizinisch höchst fragwürdigen Corona-Regimes, bei dem von Menschenversuchen die Rede ist, assoziativ auf totalitäre Unterdrückungsmaßnahmen der NS-Diktatur gegen politische Gegner (Sozialdemokraten und Kommunisten), gegen Juden, Sinti und Roma, Schwule sowie nicht zuletzt gegen ausländische Zwangsarbeiter. Drei weitere Bildmontagen erinner(te)n – im Zusammenhang des Krieges in der Ukraine und anlässlich der von Kanzler Scholz ausgerufenen „Zeitenwende“ – an die Wiederholungsgefahr der Auslösung eines Weltkrieges, wie er 1939 von Hitler unter dem Zeichen des Hakenkreuzes angezettelt wurde und 1941 den Überfall auf die UdSSR zur Folge hatte.
Statt meine Bildmontagen als Ausdruck einer demokratischen, anti-totalitären und antimilitaristischen Grundhaltung zu würdigen, wurde der Sinn meiner künstlerischen Aussagen ins völlige Gegenteil verkehrt. Ich wurde vom Ankläger gesellschaftlicher Missstände zum Angeklagten eines kafkaesken Beschuldigungs- und Bestrafungsapparats. Am Morgen des 10. August 2023 exekutierte ein Polizeikommando eine einschüchternde Hausdurchsuchung in meiner und meiner Frau Wohnung. Seit damals, seit bald drei Jahren belastet mich psychisch und mental der völlig absurde Straftäter-Verdacht. Mein Smarphone wurde zwecks angeblicher Beweissicherung beschlagnahmt. Als ob dieses polizeistaatliche Vorgehen nicht schon als Indiz politischer Justiz gereicht hätte (und vom Landgericht deshalb als nicht rechtens verworfen wurde), wurde ich dennoch amtsrichterlich zu einer hohen Geldstrafe verurteilt. Dagegen wurde Berufung eingelegt.
Was erwarte ich am 18. Juni 2026? Ich erwarte einen Freispruch und meine Rehabilitierung. Den Freispruch beim Bremer Landgericht erwarte ich
- trotz meiner negativen Erfahrungen mit einer denunziatorischen Meldestelle, bei der meine Bildmontagen anonym zur Anzeige gebracht wurden,
- trotz einer verfolgungswütigen Staatsanwaltschaft,
- trotz polizeilicher Hausdurchsuchung mit Schusswaffen und Schutzwesten,
- Ferner trotz des strafverbitterten Richterinnenspruchs beim Amtsgericht.
Ich erwarte, dass die Freiheit der Kunst siegt – auch im Interesse sowohl der demokratischen Meinungsfreiheit als auch der grundgesetzlichen Wissenschaftsfreiheit; es geht um mehr als um mich persönlich. […]
Auf Wiedersehen beim Verhandlungstermin am 18. Juni, 9:00 Uhr, Domsheide 16, 28195 Bremen [der Raum ist noch nicht festgelegt, dann aber aus der Gerichtstafel im Erdgeschoss ersichtlich]! Wer nicht dabei sein kann, sende gute Wünsche und verfluche das Unrecht.
Mit herzlichen Grüßen, Freiheit für Rainer Füllmich und alle politischen Gefangenen:
Rudolph Bauer