Veranstaltung
Mittwoch, 30. September 2026
19:00 Uhr · Ende 21:30 Uhr
Frieden schaffen ohne Waffen!?
Hat der christliche Pazifismus ausgedient? Oder: Christliche Friedensethik in Zeiten des Krieges?
Ev. Martin-Luther-Gemeinde Findorff – Gemeindezentrum
Neukirchstraße 86, 28215 Bremen
Diskussionsveranstaltung mit Thomas Röwekamp (Mitglied des Deutschen Bundestages und Vorsitzender des Verteidigungsausschusses), Renke Brahms (ehemaliger Friedensbeauftragter der EKD und langjähriger Schriftführer der Bremischen Evangelischen Kirche) sowie Prof. Eva Senghaas-Knobloch (Friedensforscherin an der Universität Bremen).
Der russische Angriff auf die Ukraine, internationale Krisen und die Diskussionen über Verteidigungsfähigkeit, Abschreckung und Aufrüstung haben auch in den Kirchen zu einer intensiven Debatte geführt. Dies zeigt sich unter anderem in der Friedensdenkschrift der EKD von 2025, die frühere friedensethische Positionen neu bewertet und kontroverse Diskussionen ausgelöst hat. Viele Christinnen und Christen fragen sich, wie der Auftrag zum Frieden heute verantwortungsvoll verstanden und gelebt werden kann.
Die drei Gäste werden diese Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten – aus Politik, Theologie und Friedensforschung – und miteinander ins Gespräch kommen. Im Anschluss besteht Gelegenheit zur Diskussion mit dem Publikum.
Die Martin-Luther-Gemeinde lädt alle Interessierten herzlich zu einem offenen und respektvollen Austausch ein.
Ich bin neugierig zu dieser Veranstaltung gegangen, war aber entsetzt. Die Zusammensetzung des Podiums war schon sehr fragwürdig. Herr Röwekamp und Herr Brahms unterschieden sich nicht grundsätzlich, d.h. beide akzeptierten die Notwendigkeit einer Verteidigung mit Waffen. Sie unterschieden sich nur darin, dass Herr Brahms Frieden umfassender definierte als Herr Röwekamp und deswegen nicht ganz so viele Ressourcen in die Rüstung stecken möchte, sondern auch in soziale Bereiche, Bildung usw. Der Moderator selbst war ebenfalls kein Gegner der militärischen Lösung. Ist er doch emeritierter Proffessor einer Bundeswehrhochschule . Die einzige, die eine wirklich andere Grundauffassung vertreten hat, war Frau Prof. Senghaas-Knobloch. Leider redeten alle vom Frieden, was aber jede und jeder darunter versteht, wurde nicht abgeklärt.
Entsetzt war ich, dass der Moderator z.B. dem Geschichtsbild von Herrn Röwekamp nichts entgegensetzte. Herr Röwekamp zählte Bedrohungen für den Frieden auf, z.B. sei es eine neue Dimension, dass die Zivilbevölkerung massiven Bedrohungen ausgesetzt sei. Da erinnere ich mich an die Gräueltaten der Wehrmacht, an Vietnam, aktuell im Gaza. Wo ist da die neue Dimension, die (natürlich) nur Russland unterstellt wird?
Ganz unmöglich wurde die Veranstaltung für mich, als sich Herr Röwekamp mit rhetorischen Fragen zum Thema "Solidarität" ausbreiten durfte, ohne gestoppt zu werden. Jede einzelne rhetorische Frage wäre zu hinterfragen gewesen, aber es ging hier nicht um ein Gespräch, sondern um Setzungen und Behauptungen.
Schade, ich hätte gerne ein wirkliches Gespräch erlebt, in dem jeder und jede an der Meinung der anderen Teilnehmer*innen interessiert gewesen wäre. In dem man um Positionen ringen will anstatt Statements auszutauschen. Schon in der Einleitung des Abends wurde eine verquere Grundhaltung deutlich. Da gab es den Angriffskrieg Russlands und den Irankrieg. Diese sprachliche Diktion eröffnet den Raum für das Freund-Feind-Schema.
Irgendwann habe ich die Zumutungen nicht mehr ausgehalten und bin vorzeitig gegangen.
Michael Wüst
ja,der röwekamp ist schon lange bekannt als reaktionärer politiker!
letzte woche wurde nun endlich eine feste gedenkstätte an den farbigen eingeweiht,der ein opfer des brechmitteleinsatzes vor [update: über 20] jahren(!!) in bremen wurde! die gedenkstätte befindet sich in der nähe des gerhard-mar(c?)kshauses in der nähe des goetheplatzes.
letztendlich mußte da zwar der innensenator röwekamp zurücktreten,aber seine reaktionäre politik kommt offenbar immer noch zum tragen!!