AK-Nahost Infos 2025-04-02

1. Bremen
– Do., 3.4. 2025 16:30 Uhr  Mahnwache für Palästina (Altes Rathaus)
– Do. 3.4. 19 Uhr, Michael Lüders, Krieg ohne Ende?  – Warum wir für Frieden im Nahen Osten unsere Haltung zu Israel ändern müssen. Kunstcafé Kränholm, Am Hohenm Ufer 35, 28757 Bremen, Anmeldung unter: Tel. 633739 oder info@lesumer-lesezeit.de, Eintritt: 10 Euro

– Fr. 4.4. 19:30 Uhr Film: „Where Olivetrees Weep – Wo Olivenbäume weinen“  im Theatersaal Zion, Kornstraße 31, 28201 Bremen
Ein Blick nach Palästina „Where Olive Trees Weep“ bietet einen schmerzhaften Einblick in die Kämpfe und den Widerstand des palästinensischen Volkes unter israelischer Besatzung. Es werden Themen wie Verlust, Trauma und das Streben nach Gerechtigkeit untersucht.Uralte Landschaften tragen tiefe Narben, da sie Zeuge der brutalen Realität von Landenteignungen, Vertreibungen, Inhaftierungen, Hauszerstörungen, Wasserentzug und der Verweigerung grundlegender Menschenrechte wurden. Doch durch den Schleier der Unterdrückung sehen wir auch die Widerstandsfähigkeit – tiefe Wurzeln, die das palästinensische Volk durch Jahrzehnte der Dunkelheit und zerstörter Leben getragen haben. weitere Infos:

– Sa., 5.4. 2025 11:30 Uhr Mahnwache für einen gerechten Frieden (Domtreppen)
– Sa. 5.4. 12:30 Uhr Marktplatz: Kundgebung für einen dauerhaften Waffenstillstand (neue Flyer mit allen teilnehmenden Gruppen im Anhang) Bitte weiterverteilen und weitersagen! Die Kundgebung wird unterstützt von 18 Organisationen  und Gruppen beteiligen:
Amnesty International Bremen • Jüdische Stimme für gerechten Frieden • Humanistische Union • IALANA Deutschland – Vereinigung für Friedensrecht • Internationale Liga für Menschenrechte • Aufstehen Bremen • Bremer Friedensforum • Mera 25 • Deutsch-Palästinensische Gesellschaft Bremen • Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung • DfG-VK • Aufstehen Bremen • Initiative Nordbremer Bürger Gegen den Krieg • Seeds of Palestine • Unite4Pali •Kairos-Palästina Netzwerk • Bremer Stimmen für einen gerechten Frieden • Arbeitskreis Nahost Bremen

– Sa. 5.4.16 Uhr Hauptbahnhof, „Free Gaza – Free Palestine“ Demonstration der PG/DPG, über den Brill geht es zum Marktplatz (18 Uhr)

– Do. 10.4.19 Uhr Vortrag mit anschließender Diskussion Johannes Zang, Kein Land in Sicht? Gaza zwischen Besatzung, Blockade und Krieg   
Kultursaal der Arbeitnehmerkammer, Bürgerstraße 1, 28195 Bremen. Infos unter:
Johannes Zang hat in Israel und den besetzten Palästinensischen Gebieten fast 10 Jahren gelebt und gearbeitet: als Zitronenpflücker, Altenpfleger, Musiklehrer und Reiseleiter. Als Journalist mit Sitz in Ostjerusalem schrieb er u.a. für Zeit Online, der Freitag, die Katholische Nachrichtenagentur und die taz.

2. Online-Vorträge:
Mi. 2.4. 18 Uhr Online-Vortrag Riad Othman, Medico International, Kein bisschen Frieden? – Zur Situation in Palästina
Anmeldung unter: https://eveeno.com/160575869

3. taz über Koalitionsverhandlungen:
Die Entwürfe zum schwarz-roten Koalitionsvertrag, die in dieser Woche öffentlich wurden, bleiben „sehr weit hinter einem Schutz der völkerrechtlichen Ordnung“ zurück. Diese Kritik erhebt das European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR). Union und SPD hatten in ihrem Zwischenergebnis festgeschrieben, Israels Sicherheit „auch durch Rüstungsexporte“ zu unterstützen. Die Union möchte dazu festlegen, dass Israel bei Rüstungsgütern, die es „für seine eigene Sicherheit braucht“, keiner Exportbeschränkung unterliege. Nicht erwähnt wird im Ergebnispapier der Koalitions-AG der Umgang mit dem Haftbefehl gegen der israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu.

4. pax christi: „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“  Das Völkerrecht kennt keine Staatsräson – Rüstungsexporte nach Israel stoppen!
„Der Krieg im Gaza-Streifen, aber auch im Libanon und die Angriffe auf Syrien sowie die Aufrechterhaltung der illegalen Besatzung, u.a. im Westjordanland haben gezeigt, dass Israel militärische Waffengewalt zu anderen als den legitimen Zwecken der Selbstverteidigung missbraucht. Entsprechend müssen die jüngst erteilten Rüstungsexportgenehmigungen widerrufen werden.

5. Norman Paech in der Jungen Welt: Systematische Zerstörung. Israel deklariert seine Angriffe auf Gaza als Selbstverteidigung. Die Aussagen israelischer Politiker und Militärs entlarven das selbst als Lüge.
Norman Paech analysiert das Völkerrecht, um zu klären, ob Israel ein „Recht auf Selbstverteidigung“ hat.

6. Professor Richard Falk – Völkerrechtsexperte, ehemaliger (jüdischer!) UN-Sonderberichterstatter für Palästina und führender Wissenschaftler auf dem Gebiet der globalen Justiz – erläutert in einem Gespräch die Komplexität des Völkerrechts, das Recht auf Widerstand und die Lücken in der Durchsetzung globaler Governance. (auf englisch!)
Vom historischen Kontext der Entkolonialisierung bis hin zum aktuellen Krieg in Gaza beleuchtet Falk die Herausforderungen der Rechenschaftspflicht, denen sich Israel gegenübersieht, und die Rolle der Zivilgesellschaft bei der Durchsetzung von Veränderungen. Besonders interessant seine Ausführungen zum Recht auf Selbstverteidigung (Minute 32 ff) und zum Recht Widerstand der Palästinenser (Minute 36 – 43)
7. BIP-Aktuell #342: Israels geheime Lobby der Rüstungsindustrie in Brüssel:

8. Buchempfehlung: Helga Baumgarten/Norman Paech, Völkermord in Gaza – Eine politische und rechtliche Analyse, ISBN 978-3-85371-542-0, br., 232 Seiten, 22,00 Euro

9. aus der israelischen Zeitung Haaretz: In einer der dunkelsten Nächte des Gaza-Krieges tötete die IDF fast 300 Frauen und Kinder
Die AP veröffentlichte einen Bericht über die Szene, die sich in der Notaufnahme des Nasser-Krankenhauses abspielte: „Eine Krankenschwester versuchte, einen Jungen wiederzubeleben, der mit einem Schrapnell in seinem Herzen auf dem Boden lag. Ein junger Mann, dem der größte Teil seines Arms fehlt, saß in der Nähe und zitterte. Ein barfuß laufender Junge trug seinen jüngeren Bruder, etwa 4 Jahre alt, herein, dem der Fuß weggesprengt worden war. Überall auf dem Boden war Blut, Knochen- und Gewebestücke. Dr. Tanya Haj-Hassan, eine amerikanische Kinderärztin auf der Intensivstation in Nasser, sagte der Nachrichtenagentur, sie sei „überwältigt, rennt von einer Ecke in die andere und versucht herauszufinden, wer Priorität hat, wer in den Operationssaal muss und wer als nicht rettbar eingestuft werden muss.“
Dr. Mohammed Mustafa, ein Notfallmediziner aus Australien, der als Freiwilliger im Baptistenkrankenhaus in Gaza-Stadt arbeitete, berichtete in einem Video, das in den sozialen Medien veröffentlicht wurde, über diese Stunden: „Wir haben die ganze Nacht gearbeitet. Die Bombardierung hat nicht aufgehört… Uns sind alle Schmerzmittel ausgegangen… Sieben Mädchen wurden die Beine amputiert, ohne Betäubung… Es waren hauptsächlich Frauen und Kinder, verbrannt von Kopf bis Fuß, ohne Gliedmaßen, ohne Kopf. [Ein Mann] starb auf dem Weg zum CTan…. [Die] drei Mädchen, die auf dem Bett liegen, sind seine Mädchen. Sie sind jetzt verwaist. Ihre Mutter hat es nicht einmal ins Krankenhaus geschafft. Sie wurde zusammen mit ihrer anderen Schwester getötet… Ich war im Juni hier, das war nichts im Vergleich zu dieser Intensität… Die Schreie sind überall zu hören… Der Geruch von verbranntem Fleisch liegt mir noch in der Nase.“
Die israelischen Medien fielen in eine Ohnmacht über die Erfolge des Angriffs. Die Tageszeitung Maariv bezeichnete ihn als „eine der größten Präventivoperationen der Militärgeschichte“. Der Bericht behauptete, dass „mehr als 300 Terroristen innerhalb weniger Minuten liquidiert wurden
Die israelischen Medien fielen in eine Ohnmacht über die Erfolge des Angriffs. Die Tageszeitung Maariv bezeichnete ihn als „eine der größten Präventivoperationen der Militärgeschichte“. Der Bericht behauptete, dass „mehr als 300 Terroristen innerhalb weniger Minuten liquidiert wurden
Die Geschichte ging weiter: „Wunden können leicht übersehen werden. Einem kleinen Mädchen schien es gut zu gehen – es tat nur ein bisschen weh, wenn sie atmete, erzählte sie Haj-Hassan – aber als sie sie auszogen, stellten sie fest, dass sie in die Lunge blutete. Als Haj-Hassan durch das lockige Haar eines anderen Mädchens schaute, entdeckte er, dass sie einen Granatsplitter im Gehirn hatte.“
Eine Woche nach einem schweren Angriff auf Rettungskräfte des Roten Halbmonds (PRCS) in Rafah im Süden des Gazastreifens sind 15 Leichen geborgen worden. Acht der Toten wurden ls Mitglieder des Roten Halbmonds identifiziert, sechs als Angehörige der Rettungskräfte sowie eine Person als Mitarbeiter einer UN-Agentur. Ein weiterer Ersthelfer wird weiterhin vermisst.
Der Präsident des Palästinensischen Roten Halbmonds, Younis al-Khatib, verurteilt das Vorgehen Israels scharf: „Diese Menschen sind nicht nur bloße Zahlen. Wenn dieser Vorfall irgendwo anders passiert wäre, hätte die ganze Welt Himmel und Erde in Bewegung gesetzt, um dieses Kriegsverbrechen aufzudecken.“
Das israelische Militär hatte vergangene Woche gegenüber der Nachrichtenagentur AFP zugegeben, auf Krankenwagen und Feuerwehrfahrzeuge geschossen zu haben. Sie hätte diese als „verdächtig“ eingeordnet.
OCHA-Leiter Tom Fletcher kritisiert, dass seit der Wiederaufnahme des israelischen Kriegs gegen Gaza erneut dichte Wohngebiete Ziel von Luftangriffen seien. Dabei seien Patienten in Krankenhäusern, Sanitäter und Einsatzfahrzeuge wiederholt Opfer israelischen Beschusses.
Noch nie in der Geschichte wurden in einem Konflikt so viele Rettungskräfte getötet wie aktuell während des israelischen Genozids an Palästinensern in Gaza.
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10. Abed Shokry hat am 30.3. einen ergreifenden Brief über die Zustände in Gaza geschrieben.Bonn Gaza am 30 März 2025

11. Etwas Positives: Die in Israel aufgewachsene  Yahav Erez schreibt folgendes: Palästinenser verdienen Freiheit, ob sie nun fortschrittlich oder konservativ sind, ob sie den Widerstand unterstützen oder nicht, ob sie religiös oder säkular sind, ob sie mich hier haben wollen oder nicht. Warum? Weil sie Menschen sind und jeder Mensch Freiheit verdient. So funktioniert das einfach.Während meiner Kindheit und Jugend wurde mir immer wieder eindringlich beigebracht, dass der Holocaust geschah, „weil die Welt schwieg“. Wie könnte ich als Jude jetzt schweigen?Wenn es jemanden gibt, der angesichts der israelischen Besatzung nicht schweigen sollte, dann sind wir Juden es. Die israelische Regierung gibt Millionen aus, um uns das Opferdasein einzuflößen, während Holocaust-Überlebende in Armut leben und Palästinenser einer ethnischen Säuberung ausgesetzt sind.Also nein, ich werde nicht schweigen. Denn genau so wurden Millionen Juden abgeschlachtet. „Nie wieder“ gilt für ALLE Menschen.

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