Die Behauptung, „Putin“ werde nach einem Sieg über die Ukraine auch die NATO, also Deutschland, also „uns alle“ angreifen, ist älter als der Ukrainekrieg. Als russophobes Phänomen ist sie ungleich älter als Friedrich Merz, der seine politische Prägung im Kalten Krieg des letzten Jahrhunderts erhielt, als alle Wege des Kommunismus nach Moskau führten und „der Iwan“ täglich vor westdeutschen Türen lauerte.
Kein Wunder also, dass dem langen Fritz, der schon mit 17 der CDU beitrat, die Sprache einer Partei, die nach 1945 als Auffangbecken alter Nazis diente, so flüssig von den Lippen geht. Auf dem CSU-Parteitag im Dezember 2025 wusste er über „Putin“ zu berichten: „Wenn die Ukraine fällt, dann hört er nicht auf. Genauso wenig wie 1938 das Sudetenland nicht gereicht hat.“ Weshalb der Krieg in der Ukraine auf Kosten der Ukraine unbedingt verlängert werden muss. „Putin hört nicht auf“, tönt der Geschichtsklitterer und Putinkenner aus dem Kanzleramt. „Und wer heute noch glaubt, dass er damit genug hat, der soll bitte die Strategien, die Papiere, die Reden, die Auftritte von ihm genau analysieren.“
Genau das haben die Militärstrategen aus dem Pentagon getan. Und sie behaupten das Gegenteil dessen, was unser Bundeskanzler in die Welt posaunt:
„Glücklicherweise“ seien die europäischen NATO-Staaten „erheblich mächtiger als Russland“, das ihnen „nicht einmal nahe“ komme, schreiben sie in der neuen US-Militärstrategie (National Defense Strategy (Link)), die Ende vergangener Woche vorgestellt wurde.
Da heißt es: „Moskau ist nicht in der Lage, um die Vorherrschaft in Europa zu konkurrieren“, weil die NATO-Staaten Europas die Fähigkeiten der Russischen Föderation „bezüglich der Wirtschaftsleistung, der Bevölkerungszahl und damit der latenten Militärmacht bei weitem“ überträfen.
Mehr zur neuen US-Militärstrategie unter:
https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/10277