Gezielte Tötung der Journalistin Amal Khalil: Reporter ohne Grenzen (RSF) prangert Kriegsverbrechen an

Tragisch passend dazu: Am kommenden Sonntag startet die Aktionswoche „Pressefreiheit im Schatten der Staatsräson“, die auch das BFF aktiv unterstützt.

Hier die vollständige Presserklärung (Link)

„Reporter ohne Grenzen (RSF) verurteilt aufs Schärfste die gezielte Tötung der libanesischen Journalistin Amal Khalil. Sie wurde am 22. April 2026 nach israelischen Luftangriffen auf das Gebäude, in dem sie im Südlibanon Zuflucht gesucht hatte, tot aufgefunden. Ihre Kollegin Zeinab Faraj wurde bei den Angriffen schwer verletzt. RSF hatte dringend an die Regierung von Benjamin Netanjahu appelliert, Rettungskräften den Zugang zur Journalistin zu ermöglichen. Dennoch verhinderte die israelische Armee, dass rechtzeitig Hilfe geleistet werden konnte. Die gezielte Tötung einer Zivilistin, die als Journalistin tätig ist, stellt ein Kriegsverbrechen dar.

„Amal Khalil lag nach israelischen Angriffen stundenlang im Sterben. Rettungskräfte wurden durch das Feuer der israelischen Armee daran gehindert, sie zu erreichen. Das sind Kriegsverbrechen“, sagt Christopher Resch, RSF-Pressereferent für Nahost. „Wir sprechen Khalils Familie unser Beileid aus und wünschen ihrer schwer verletzten Kollegin Zeinab Faraj eine schnelle Genesung. Die Verantwortung liegt auch bei den Partnern der Netanjahu-Regierung wie der USA, Deutschland und der internationalen Gemeinschaft: Sie lassen zu, dass Verbrechen wie diese ungestraft bleiben.“

Die Journalistin Amal Khalil hatte von der Kleinstadt al-Tayri aus für die libanesische Tageszeitung al-Achbar über den Krieg mit Israel berichtet. Sie fuhr zusammen mit ihrer Kollegin Zeinab Faraj in einem Auto, als das Fahrzeug vor ihr laut den von RSF gesammelten Zeugenaussagen von einem ersten israelischen Angriff getroffen wurde. Fast zwei Stunden später wurden die beiden Journalistinnen selbst Ziel eines Angriffs auf ein nahegelegenes dreistöckiges Gebäude, wo sie Schutz gesucht hatten. Den libanesischen Rettungskräften gelang es, Faraj zu retten. Erneute Schüsse der israelischen Armee hinderten sie jedoch daran, Khalil zu erreichen. So bestätigen es Zeug*innen vor Ort.

Bereits um 17:20 Uhr Pariser Zeit hatten RSF und andere NGOs die israelischen Behörden und die Öffentlichkeit auf die Lage der beiden im Gebäude eingeschlossenen Journalistinnen aufmerksam gemacht. Zehn Minuten später antwortete ein Sprecher der israelischen Armee, er werde sich das „ansehen“. Sechs Stunden später wurde die Leiche der Journalistin von der libanesischen Armee und dem Roten Kreuz gefunden.“

 

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