Am Samstag, den 24.1. um 15 Uhr wird in Bremen ab Hauptbahnhof zu einer Großdemonstration aufgerufen:
„Die Revolution in Rojava wird angegriffen!! Der selbsternannte Präsident der syrischen Übergangsregierung Jolani fordert eine totale Kapitulation der Strukturen der demokratischen Selbstverwaltung. Seine dschihadistischen Milizen begehen Massaker an der kurdischen Bevölkerung. All die Errungenschaften der Revolution und der Frauenbewegung werden angegriffen. Ob hier in Deutschland oder vor Ort in Kurdistan, es ist unsere Verantwortung auf die Straße zu gehen, laut zu sein und Gerechtigkeit zu schaffen!
Die Großdemonstration ist für alle Menschen die ihre Solidarität zeigen wollen.
Es wird einen Frauenblock am Anfang der Demo geben.“
Ein kreatives Chaos in Westasien zu schaffen, hatte George W. Bushs Außenministerin Condoleezza Rice seinerzeit angekündigt: „Was wir hier sehen, ist gewissermaßen das Heranwachsen …, sind die Geburtswehen eines neuen Nahen Ostens. Bei allem, was wir tun, sollten wir darauf achten, dass wir zu einem neuen Nahen Osten vorwärtsdrängen und nicht zum alten zurückgehen.“
Der US-General Wesley Clark berichtet in seiner Autobiografie, dass das Pentagon ab 2001 geplant habe, im Nahen Osten sieben Staaten in 5 Jahren zu zerstören. Ganz so schnell, wie vom damaligen Verteidigungsministerium, heute Kriegsministerium, geplant, ging es dann doch nicht. Aber die Pläne wurden und werden weiter verfolgt.
Aktuell erleben wir, wie nach Afghanistan, dem Irak, Libyen, nun auch Syrien dieses mörderische Chaos erleidet.
Vor gut einem Jahr hat Ahmed al-Scharaa (bis vor gut einem Jahr bekannt als al-Jolani) in Syrien die Macht übernommen und eine sog. syrische Übergangsregierung installiert. Der neue selbst ernannte syrische Präsident war bis vor Kurzem Anführer einer dschihadistischen Terrorgruppe. Auf seinen Kopf hatten die USA ein Lösegeld von 10 Millionen Dollar ausgesetzt. Nach dem Sturz von Assad wurde derselbe Mann zum Bündnispartner vieler Staaten, weil er deren Ziele unterstützt, bzw. ihren Zielen nicht im Wege steht. Trump und Putin haben ihn mit allen Ehren empfangen. Bundeskanzler Merz lädt den Verbrecher herzlich ein und hat keine Bedenken, mit einem Massenmörder zusammenzuarbeiten.
Angesichts dieser Unterstützung, v.a. der westlichen Welt, kann al-Scharaa ungehindert die kurdische autonome Region Rojava angreifen. Mithilfe dschihadistischer Milizen und Unterstützung aus der Türkei wurden zahlreiche Orte angegriffen. Videoberichte dokumentieren Massaker auch an der Zivilbevölkerung.
Der Vordenker der kurdischen Befreiungsbewegung Abdullah Öcalan äußerte dazu in einem Gespräch: „Die Kurden zu schwächen, um den Nahen Osten zu beherrschen, ist eine 200 Jahre alte Politik des Teile und herrsche…“ Er erklärte, dass mit dem Pariser Abkommen (zwischen Syrien und Israel am 6.1.26) al-Scharaa im Gegenzug für die Einnahme von Golan und Suweida das Gebiet zwischen Euphrat und Tigris versprochen wurde. (…)“
Die USA haben nach wie vor Truppen in Syrien stationiert. Im Kampf gegen die Regierung von Assad haben die USA die Kurden als Bodentruppen benutzt. Die Assad-Regierung ist gestürzt, Assad ist aus dem Land geflohen, das letzte säkulare Land wurde von einer islamistischen Truppe erobert. Nach Angriffen auf Christen, Alawiten und Drusen mit mehreren Tausend Toten richtet sich jetzt der Großangriff der neuen Herrscher gegen die Kurden.
Die USA schweigen zu dem Krieg der sog. Übergangsregierung. Dass im Schatten dieser Militäraktionen gegen die Kurden Tausende IS-Dschihadisten aus Gefängnissen und Lagern freikommen, wird von den US-Truppen in Kauf genommen. Währenddessen nehmen die Geschäfte mit den IS-Nachfolgern konkrete Formen an. US-Konzerne, u. a. ConocoPhillips, erhalten Öl-Förderungslizenzen von der sog. Übergangsregierung. Mit dem US-Konzern Chevron wurden bereits Gespräche geführt. Auch Ankara hat großes Interesse am Öl im Nordosten Syriens. Der Ausverkauf der syrischen Ressourcen geht rasant voran.
Ein weiteres Mal werden die Lebens- und Überlebensinteressen von Tausenden geopfert für Zugang zu Ressourcen und geostrategische Interessen.
Die Bundesrepublik Deutschland hält an ihren guten Beziehungen zu den Hauptakteuren dieses Krieges fest: Türkei, Israel, USA. Bundeskanzler Merz unterstreicht die Kooperation mit den neuen Machthabern durch seine Einladung an al-Sharaa. Wieder einmal gilt: Deutsche Waffen, deutsches Geld morden mit in aller Welt.