„Hände weg von Venezuela“:
Redebeitrag von Barbara Heller vom Bremer Friedensforum

Bremer Marktplatz, mit zahlreichen empörten Bürger:innen. Foto: privat

Am 4.1.2026 fand auf dem Marktplatz in Bremen eine Protestkundgebung gegen den völkerrechtswidrigen, brutalen Angriffskrieg der USA gegen Venezuela statt. Wir dokumentieren die Rede von Barbara Heller:

„Wir töten sie. Wir töten sie einfach! Wir machen das einfach.“ So kommentierte der US-Präsident Trump vor wenigen Wochen die völkerrechtswidrigen Angriffe auf venezolanische Schiffe in internationalen Gewässern.

Mehr muss man dazu nicht sagen. Es ist die absolute Rechtlosigkeit. Es ist die nackte Gewaltpolitik. Während früher noch über Demokratie und Freiheit geschwafelt wurde, geht es jetzt auch verbal nur noch um Macht. Um die US-Macht zu demonstrieren, wird in einer unglaublichen Provokation der Weltöffentlichkeit gezeigt, dass sich dieses Land alles erlauben kann. Mord und Totschlag, Folter und Entführung, Raub und Verbrechen aller Art.

Dass es hierbei um Drogen ginge, ist ein lächerliches Konstrukt. Trump selbst hat begründet, worum es geht. Venezuela besitzt die größten Erdölreserven der Welt. Und die will Trump haben. Die USA wollen alles haben. Alles! Trump fühlt sich berufen, alles für die USA zu rauben. Grönland, Kanada, Panama, Gaza. Die neue US-amerikanische sog. Sicherheitsstrategie – eine Neuauflage der Monroe-Doktrin – erklärt ganz Lateinamerika zum Einfluss- und Interessensgebiet der USA. Wer nicht bereit ist, sich vollständig den Interessen der USA zu unterwerfen, dem droht das, was jetzt an Venezuela demonstriert wird. Und bist Du nicht willig, so brauch ich Gewalt.

Ich war vor einigen Jahren in Chile. In der Hauptstadt Santiago de Chile habe ich das große Memorial in Erinnerung an den Putsch gegen die Allende-Regierung besucht. Im Außenbereich gibt es eine lange, lange Mauer mit Gedenktafeln, die an all die lateinamerikanischen Länder erinnern, deren Regierungen durch blutige Putsche und faschistische Militärumstürze in diesem und im letzten Jahrhundert hinweggefegt wurden. Alle paar Jahre hat es ein weiteres Land getroffen, und immer waren die USA die Strippenzieher. CIA und andere Geheimdienste der USA, US-Militärberater, Ausbildung der Terroristen bei der US-Army lassen sich überall nachweisen. Und noch etwas: Bei fast jeder Schweinerei war die BRD dabei.

Und heute? Im Fall von Venezuela? Die Reaktionen der Bundesregierung und der EU sind an Erbärmlichkeit und Verlogenheit kaum zu übertreffen. Was ist mit dem „verbrecherischen, völkerrechtswidrigen Angriffskrieg“, der jede Äußerung zu Russland begleitet? Gibt es jetzt ähnliche Reaktionen? Verbale, schärfste Verurteilungen? Sanktionen gegen die USA? Sanktionen gegen Trump und seine Kriegsverbrecherbande? Werden die in der EU lagernden US-Gold- und Geldreserven beschlagnahmt, um Venezuela beim Wiederaufbau zu helfen?

Werden die Medien in der BRD jetzt vom US-Regime reden? Wird jetzt Trump als Machthaber gekennzeichnet? Fordern die Medien, dass Trump und seine Ministerriege vors Kriegsverbrechertribunal kommen? Nein. Wie bisher seit Jahren wird weiter aus allen medialen Rohren auf Venezuela und seinen Präsidenten geschossen. Der Putschversuch mit dem Usurpator Guaido wurde vom Westen legitimiert. Die mit dem Kriegsnobelpreis munitionierte Unterstützerin des Kriegskurses der USA gegen Venezuela, Frau Machado, wird hier als glaubwürdige Opposition aufgebaut.

Wurden in westlichen Medien jemals die verheerenden Folgen der Sanktionspolitik gegen Venezuela skandalisiert? Dass 10 000de starben, weil die USA, die EU und auch die BRD Hilfen während Corona verhinderten? Dass Großbritannien die venezolanischen Goldreserven gestohlen hat und damit verantwortlich war für die steigende Not und Verzweiflung im Land? Überwiegend haben die Medien über die tödlichen Folgen der Sanktionen geschwiegen. Das Konzept der dahinterstehenden „westlichen Wertepolitik“ war und ist überall gleich: Zuerst ein Land durch Sanktionen sturmreifschießen und dann den Rest mit Militär erledigen.

Die USA, das mächtigste Land der Erde, mit fast 1000 Militärstützpunkten außerhalb des eigenen Territoriums, starrend vor Kriegswaffen, mit einem Rüstungsetat von knapp einer Billion US-Dollar pro Jahr, oberste Befehlshaberin der NATO, des blutigsten Militärbündnisses der Welt, zeigen einmal mehr, wozu der Imperialismus bereit und fähig ist.

Ekel vor einer Bundesregierung, die den Kurs der faschistoiden US-Kriegsverbrecherbande mitträgt.

Hände weg von Venezuela!

Hoch die Internationale Solidarität!

Link zum Demoaufruf

Kommentar zu “„Hände weg von Venezuela“:
Redebeitrag von Barbara Heller vom Bremer Friedensforum

  1. klasse,daß Ihr so schnell reagiert und diese kundgebung organisiert habt!
    und natürlich sind barbaras reden immer bis aufs i-tüpfelchen absolut korrekt und von überzeugtem anti-imperialismus geprägt!!
    ja,es ekelt mich auch jedes mal wieder neu an,welche H E R R schaftsmethoden dieser trump immer wieder aus der tasche zieht!!
    wir wären auch gerne aus der wesermarsch gekommen,aber bei schneefall braucht die landbevölkerung eine weile,bis sie mal auf die idee kommt,die straßen zu s t r e u e n !!
    ich fürchte,es wird noch eine menge kundgebungen und demos bedürfen,um diesen kolonialen H E R R schafstyrann von seinen abenteuerlichen kriegszügen abzubringen!
    dann sind wir wieder dabei!!

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