22. Juni 1941 – vor 85 Jahren begann der Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion

Montage: WM mit KI-Unterstützung

85 Jahre nach dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion erinnern wir an die Verbrechen der Deutschen.

Wer heute zu diesen Verbrechen schweigt oder eine Umdeutung anstrebt, relativiert die Geschichte. Der russische Krieg gegen die Ukraine wird zum Vorwand genommen, die deutschen Verbrechen vergessen zu machen.

“Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnert, ist dazu verurteilt, sie zu wiederholen.“ (George Santayana, spanischer Philosoph und Schriftsteller) .

Wir veröffentlichen die Erklärung der „Fédération Internationale des Résistans“ (FIR):

85 Jahre Vernichtungskrieg gegen den „jüdischen Bolschewismus“

Wir erinnern an den Überfall auf die Sowjetunion, mit dem die geopolitischen Ziele der deutschen Imperialismus und die ideologischen Ziele des deutschen Faschismus ihre Umsetzung finden sollten. Bei der geplanten Welteroberung nahm der Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 einen besonderen Platz ein. Es ging um die Rohstoffreserven der UdSSR, um die Weizenfelder und Agrarprodukte der ukrainischen Schwarzerde-Region, um die Öl- und Gasvorkommen im Kaukasus, um Eisenerz und die industriellen Kapazitäten im Westen der Sowjetunion. Im Plan „Fall Barbarossa“ waren diese Ressourcen bereits eingeplant, um den Krieg gegen die UdSSR überhaupt führen zu können.

Das nach Osten vorrückende Millionenheer sollte sich aus den Vorräten der örtlichen Bevölkerung versorgen und damit den dort lebenden Menschen, die als „slawische Untermenschen“ betrachtet wurden, die Lebensgrundlage nehmen. Dazu formulierten das Reichssicherheitshauptamt der SS und andere Teile der faschistischen Verwaltung mehrere Planungsskizzen vor Beginn des Krieges, unmittelbar nach dem Überfall und im Juni 1942 den endgültigen „Generalplan Ost“. Er beschrieb die Deportation und Vernichtung der ansässigen Bevölkerung sowie die Ausplünderung der überfallenen Gebiete konkret.

Zudem war es ein ideologisch motivierter Vernichtungskrieg gegen den „jüdisch-bolschewistischen“ Feind. In den „Richtlinien für das Verhalten der Truppe in Russland“ heißt es: „Dieser Kampf verlangt rücksichtsloses und energisches Durchgreifen gegen bolschewistische Hetzer, Freischärler, Saboteure, Juden und restlose Beseitigung jeden aktiven und passiven Widerstandes … Besonders die asiatischen Soldaten der Roten Armee sind undurchsichtig, unberechenbar, hinterhältig und gefühllos.“ Dieser rassistische Befehl kam nicht aus dem Goebbels-Propagandaministerium, sondern von der deutschen Wehrmachtsführung.
Verbrecherisch war auch der von Wehrmachtsgeneral Wilhelm Keitel unterzeichnete „Kommissar-Befehl“. Darin wurde festgelegt, dass die „politischen Kommissare“ in der Roten Armee nicht als Kriegsgefangene zu behandeln seien. Sie seien bereits an der Front zu töten. Wurden sie erst später entdeckt, verbrachte man sie zur Liquidierung in die Konzentrationslager. Allein im KZ Buchenwald ermordete die SS in der Tötungsanlage im „Pferdestall“ über 8000 sowjetische Häftlinge auf der Grundlage des „Kommissar-Befehls“.

Militärische Einheiten aus Ungarn, Rumänien, Italien, Bulgarien, selbst aus dem faschistischen Spanien („Blaue Division“), waren am Überfall auf die UdSSR beteiligt, galt doch der Bolschewismus als gemeinsamer Feind der Achsenmächte. Natürlich ging es auch um die Beute, von der alle beteiligten Staaten nach dem „Endsieg“ ein Stück erhofften, z. B. Rumänien, das die moldawische Sowjetrepublik in sein „Großrumänien“ eingliedern wollte. Gleichzeitig setzte der deutsche Faschismus in seinem Kampf gegen die UdSSR auf nationalistische Kollaborateure aus diesem Vielvölkerstaat: baltische Nationalisten, ukrainische Bandera-Einheiten und Milizen aus dem Kaukasus, die nicht nur hofften, einen eigenen Teil vom „Kuchen“ zu erhalten, sondern sich als Freiwillige der SS-Einheiten in den antibolschewistischen Kampf eingliederten.

Wir vergessen aber auch nicht den heldenhaften Kampf der Soldaten der Festung Brest, die im Juni 1941 eine ganze Woche den militärischen Vormarsch einer gesamten deutschen Division erfolgreich blockieren konnten und noch weitere Wochen im Umfeld der Festung die deutsche militärische Infrastruktur sabotierten. Dieser Ort erhielt 1965 den Ehrentitel „Heldenfestung“. 1991 ehrten die Delegierten des in Moskau stattfindenden FIR-Kongresses diese Leistung, indem sie gemeinsam an der Gedenkfeier vor Ort teilnahmen.

Anlässlich des 85. Jahrestages bleibt es eine geschichtspolitische Aufgabe, die Erinnerung an den Vernichtungskrieg und alle seine Opfer lebendig zu halten, aber auch an die große Leistung der Roten Armee, die die militärische Hauptlast für die Befreiung des europäischen Kontinents von der faschistischen Barbarei trug. Und das betrifft nicht nur die historisch bekanntesten Ereignisse, wie die Verteidigung Moskaus 1941, mit der der deutsche Vormarsch zum Stehen gebracht wurde, die Schlacht von Stalingrad Anfang 1943, die eine militärische Wende des Krieges markierte, den knapp dreijährigen Überlebenskampf gegen die Blockade von Leningrad oder die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz am 27. Januar 1945. Es betrifft insbesondere die opferreiche Befreiungsleistung der sowjetischen Streitkräfte, die erst mit der Befreiung der Reichshauptstadt Berlin und der militärischen Kapitulation im Mai 1945 ihr Ende fand.

Umso skandalöser sind aktuelle Tendenzen der Geschichtsrevision. Von der Ukraine wurden kürzlich die sterblichen Überreste des Kollaborateurs Andrei Melnyk (UPA) mit staatlichem Pomp „heimgeholt“, in Berlin bemühen sich Landespolitiker, die Befreiungsleistung und die damit verbundenen Erinnerungsorte zu delegitimieren. Die FIR verweist auf internationale Verträge, mit denen sich die BRD verpflichtet hat, die Gedenkorte für die Befreiung und die Befreier in einem würdigen Zustand zu halten. Dies darf durch Wahlkampfgetöse und mediale Kampagnen nicht in Frage gestellt werden.

 

 

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