
Die Drone Days 2026 präsentieren sich wie ihre Vorgängerveranstaltungen 2025 und 2024 als „Messe, die keine Messe ist“. Sie kommt, wie heute üblich, flott daher als Event „engagierter Akteurinnen und Akteure“, die angetreten sind, „die Faszination für Drohnentechnologie und die starke norddeutsche Community“ zu bündeln.
„Ursprünglich als norddeutsches Drohnen-Event geplant, zeigte sich bereits in den ersten Gesprächen und der Planungsphase, dass das Bedürfnis viel größer war – die Community wollte mehr, internationaler denken, sich vernetzen und gemeinsam wachsen.“ Und wo wächst es sich gerade am besten? Genau. Bei der „europäischen Verteidigung“ (Stark Defence) „zum Schutz unserer Demokratien“ (Helsing), also in einem Kriegsgeschäft, bei dem wie in der Russischen Föderation nicht oder nur am Rande von Krieg geredet werden darf.
Nicht alle wollen hier am 26.08.2026 in der Bremenhalle am Bremen Airport und am 27./28.08.2026 auf dem Flugplatz Oldenburg-Hatten im UAS German Flight Center an Mord und Totschlag verdienen, doch ein paar Schwergewichte der deutschen Waffenindustrie sind schon dabei, weshalb man wohl, etwas verschämt vielleicht, auf der Website der Drone Days den Namensgeber des Bremer Flughafens Hans Koschnick, einen der ersten Kriegsdienstverweigerer Bremens nach Gründung der Bundeswehr, als geschäftsschädigend unterschlägt.
Der vom ultrareaktionären Milliardär Peter Thiel mitfinanzierte Drohnenproduzent Stark Defence ist dabei, neben Rheinmetall, Helsing und Airbus einer der größten Kriegsertüchtigungsgewinner, der wie die Konkurrenz auf Staatskosten expandiert und zielstrebig dafür sorgt, dass zivile Arbeitsplätze in weit größerer Zahl vernichtet als militärische geschaffen werden.
Mit dabei sind die UVN, die Unternehmerverbände Niedersachsen, die auf ihrer Website die „betriebliche Mitbestimmung modernisieren und entbürokratisieren“ sprich abschaffen und das in Artikel 9 Absatz 3 des Grundgesetzes garantierte Streikrecht lieber heute als morgen beschränken wollen, denn „Bei allem Respekt für das Streikrecht: Zur HANNOVER MESSE mit über 120.000 Gästen aus 150 Ländern ist er (der Streik-BF) unverantwortlich und schwächt massiv den Wirtschaftsstandort und den ÖPNV selbst.“
Mit dabei ist auch das Marinefliegergeschwader 3 „Graf Zeppelin“, das im Auftrag der Deutschen Marine feindliche U-Boote und Umweltverschmutzer – Stichwort „russische Schattenflotte“ – jagen, vertreiben oder dingfest machen soll, wobei der Namensgeber des Geschwaders, Ferdinand Graf von Zeppelin (1838-1917) als kaiserlicher Bruchpilot in die Geschichte eingegangen und als Vorbild für das Geschwader einer demokratischen Parlamentsarmee denkbar ungeeignet ist.
Wo aber schon die großen Profiteure versammelt sind, dürfen die kleinen auch nicht fehlen. So ringt etwa der Schutzkoffershop bei den Drone Days um Marktanteile, und zwar als ein bescheidener, aber „engagierter Akteur“, der darauf hoffen darf, dass vom reich gedeckten Tisch der Zeitenwende ein paar Krümel fallen, die es aufzulesen gilt. Immerhin: „SCHUTZKOFFER VON PELI – Wasserfest. Staubfest. Stoßfest“ sind unverzichtbar, wenn harte Kerle im harten Einsatz gegen harte Dinge stoßen oder einer feindlichen FPV-Drohne begegnen.
Weil aber diese unbenannten Fluggeräte auch „zum Schutz unserer Demokratien“ eingesetzt werden müssen, bietet RSI Europe Military IOT eine FPV-Drohnen-Pilotenausbildung an, bei der „unsere Soldatinnen und Soldaten“ (von der Leyen) auf Grundlage der Erfahrungen aus dem Ukrainekrieg „zur Sprengung verschiedener Arten von Objekten“, zum Beispiel Menschen, ausgebildet werden. Ob die Firma das Fernzündsystem RISE-1 auf dem Flugplatz Oldenburg-Hatten „zur Vorbereitung von Hinterhalten“ demonstrieren wird, konnte bis Redaktionsschluss leider nicht ermittelt werden.
Schlussendlich: Wer als Privatperson an den Drone Days teilnehmen will, kann unter https://drone-days.de/programm/ nicht nur ermitteln, wann am 26.08.2026 in der Bremenhalle des Bremen Airport Mittag gegessen und Kaffee getrunken wird. Auch die Auftritte militaristisch kontaminierter Maulhelden aus dem parlamentarischen Betrieb sind hier verzeichnet, und wer besonders scharf darauf ist, den Vorsitzenden des Verteidigungsausschusses des Deutschen Bundestages und ehemaligen CDU-Fraktionsvorsitzenden in der Bremischen Bürgerschaft – Thomas Röwekamp – endlich mal wieder in voller Größe und Schönheit zu erleben, sollte sich umgehend online als Teilnehmer oder Teilnehmerin bewerben.
Viel Vergnügen wünscht das Bremer Friedensforum.