Der Schriftsteller und Orientalist Navid Kermani hat am 20.07.2026 eine ungewöhnliche Rede anlässlich der Vereidigung von Bundeswehrrekruten gehalten, in der er – in Anwesenheit von Verteidigungsminister Pistorius – mit Bundeskanzler Merz hart ins Gericht geht – unbedingt sehenswert!
Unser Kommentar:
Lässt ein Bundesverteidigungsminister, zumal einer wie Boris Pistorius, bei einer Rekrutenvereidigung im Berliner Bendlerblock einen Schriftsteller ans Rednerpult, ohne vorher mit ihm besprochen zu haben, in welche Richtung dessen Rede gehen, was also betont und wer besonders angegriffen werden soll? Kaum vorstellbar.
Ja, Kermani hat ordentlich ausgeteilt, nicht nur gegen Trump, auch gegen den (nach Adolf Hitler) größten Kanzler aller Zeiten, gegen Friedrich Merz, dem er vorwarf, „das Völkerrecht klein- und Völkerrechtsverstöße schönzureden, wo es ihm politisch opportun erscheint“. Das zu hören hat nicht nur mir gefallen. Gefallen hat mir auch die Aufforderung an die Rekrutinnen und Rekruten, den Befehl zu verweigern: „Sollte eine künftige Bundesregierung Sie in einen Krieg führen wollen, der so offenkundig völkerrechtswidrig und auch politisch desaströs ist wie der jüngste Krieg der Vereinigten Staaten und Israels gegen Iran.“ Der Rest war staatstragender, in Teilen auch verlogener und selbstverliebter Käse, der dem Anlass angemessen war: der Vorbereitung militärischer Aggression in aller Welt.