Eine Buchempfehlung von Bernd Fischer
Gerhard Hanloser gilt nach mehreren Veröffentlichungen wie „Krise und Antisemitismus. Eine Geschichte in drei Stationen von der Gründerzeit über die Weltwirtschaftskrise bis heute“ (2003), „Sie waren die Antideutschesten der deutschen Linken“ (2004) und „Die andere Querfront – Skizzen des antideutschen Betrugs“ (2019) als profunder Kenner der überwiegend westdeutschen linken Szene, die es geschafft hat, sich in endlosen Kämpfen um eine korrekte – soll heißen: unangreifbare – Position zur deutschen Geschichte, zum Staat Israel und zum Zionismus zu zerfleischen.
Viele sind dabei auf der Strecke geblieben, manche haben es zu gut dotierten Positionen im Staats- und Wissenschaftsbetrieb gebracht. Sie können als Richter über andere auftreten, wobei der sogenannte „linke Antisemitismus“ als schärfste Waffe gegen jede Form antiimperialistischer Kritik an der Politik des Staates Israel gilt.
Dass und wie dieser Kampfbegriff neben anderen pseudowissenschaftlichen Erfindungen wie „Antiamerikanismus“, „struktureller“ oder „sekundärer Antisemitismus“, „israelbezogener Antisemitismus“ oder einfach nur „Judenhass“ eingesetzt wird, um die politischen Gegner der „deutschen Staatsraison“ zum Schweigen zu bringen, arbeitet Hanloser in seinem neuen Buch „Linker Antisemitismus“ in sechzehn Kapiteln kenntnis- und faktenreich heraus. Entstanden ist eine Art Handbuch für alle, die als „antiimperialistisch, antikolonial oder menschenrechtlich eingestellte Linke“ – so der Klappentext – dem demagogischen Missbrauch der nach wie vor unverzichtbaren Kritik des Antisemitismus auf den Grund gehen wollen.
Gerhard Hanloser: „Linker Antisemitismus“ – Zur Kritik eines Kampfbegriffs Mandelbaum Verlag, Wien 2026