„Kriegsuntüchtigkeit als Chance“ –
eine Buchbesprechung

Ein wichtiges Buch!

Krieg und Kriegsgefahr bestimmen unsere Zeit, während die klimapolitischen Hiobsbotschaften kaum nachhaltige Folgen haben. In dieser Anthologie kommen Autor*innen aus sehr unterschiedlichen Disziplinen und Lebenswelten zu Wort. Sie gehen in ihren Essays der Frage nach, warum wir explizit kriegsuntüchtiges Denken und Handeln brauchen, um die Krisen unserer Zeit zu bewältigen. Was alle Autor*innen verbindet, ist die tiefe Überzeugung, dass Kriege nicht zu rechtfertigen sind und die globalen Probleme unserer Zeit nur auf zivile Weise verstanden und gelöst werden können.

Mit dem Buchtitel hat der Herausgeber Hermann Theisen eine gute Wahl getroffen. Die Auseinandersetzung mit dem Nazi-Wort „Kriegstüchtigkeit“ ist für die Friedensbewegung unabdingbar. Aus unterschiedlichen Perspektiven entwickeln die AutorInnen Argumente für Kriegsuntüchtigkeit. Sie geben uns damit Unterstützung und Hilfe für unsere Diskussionen im Familien- und Freundeskreis, auf der Straße, in Kirchengemeinde, Betrieb und Gewerkschaft, wo wir immer öfter auf Argumente der Kriegstüchtigkeit stoßen. Dass wir vom Bremer Friedensforum nicht mit allen Beiträgen übereinstimmen, ist nicht verwunderlich. Die AutorInnen kommen aus unterschiedlichsten Organisationen und politischen Richtungen. Für mich persönlich sind die Beiträge, die Gewaltfreiheit und Soziale Verteidigung fordern, besonders eindrücklich.

Mehrere AutorInnen aus Bremen sind in dem Sammelband vertreten.

Bernd Fischer, aktiv im Bremer Friedensforum, beginnt seinen Text mit der Erinnerung an „tüchtig spazieren gehen“, „tüchtig essen“ und „tüchtig schlafen“, was ihm in seiner Kindheit in Bremen abverlangt wurde. Als Teilnehmer der Mahnwache für Frieden und Abrüstung, die seit mehr als 40 Jahren jeden Donnerstag im Zentrum von Bremen stattfindet, sieht er sich zunehmend mit Forderungen nach Kriegstüchtigkeit konfrontiert. Wie geht man damit um?

Weitere Bremer AutorInnen sind Andrea Kolling und Dr. Klaus Ginzky.

Das Bremer Friedensforum bewirbt das Buch ebenso wie Dr. Rolf Mützenich: „In einer Zeit, in der Gewalt wieder als vermeintlich legitimes Mittel erscheint, erinnert dieses Buch daran, dass eine friedliche und kooperative Weltordnung keine Illusion ist. Die Autorinnen und Autoren machen deutlich, dass Sicherheits- und Friedenspolitik mehr ist als Aufrüstung und dass Diplomatie und zivile Formen der Konfliktlösung wieder ins Zentrum politischen Denkens gehören. Ein notwendiger Gegenentwurf zu den gefährlichen Trends unserer Gegenwart.“

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