Obwohl nicht unerwartet ist das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt für Viele ein Schock. Unübersehbar sind bisherige Gewissheiten in Frage gestellt. Die Ursachenforschung für den AfD-Erfolg ist meistens nicht sehr weiterführend. Fast ausschliesslich geht es um die Rechtfertigung der bisherigen Politik und um ein blindes Weiter so. Der folgende Beitrag des Autors Axel Fersen vom Erhard-Eppler-Kreis befasst sich mit der Verantwortung der SPD für diese Entwicklung.
Zu lesen unter: https://www.blog-der-republik.de/die-berliner-republik-schafft-sich-ab-gastbeitrag-von-axel-fersen/
Erhard Eppler? Das war doch dieser pastorale Typ aus Baden-Württemberg, linker Flügel SPD und einer mit friedenspolitischen Grundsätzen, die er wie die meisten Sozis über Bord warf oder werfen musste, als die Bundeswehr 1999 auf Befehl von Gerhard Schröder mit der Nato gegen Jugoslawien zog, um sich zwei Jahre später kurz nach „9/11“ als Zeichen „uneingeschränkter Solidarität“ (Gerhard Schröder) mit den USA am Überfall auf Afghanistan zu beteiligen, wo laut Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) „die deutsche Sicherheit am Hindukusch verteidigt“ werden musste.
2019 gestorben, hatte Eppler allerdings noch Zeit und Mut, sich gegen die „Verteufelung“ Wladimir Putins zu wenden und die russische Annexion der Krim gegen den Strich zu deuten, nämlich als „defensive Antwort auf den erkennbaren Versuch der Nato, sich bis nach Zentralrussland auszudehnen.“
Dass Axel Fersen als Mitglied und Koordinator des Erhard-Eppler-Kreises den Wahlerfolg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zum Anlass nimmt, die Politik der SPD seit der Regierung Schröder (1998-2005) einer Kritik zu unterziehen, ist lobenswert.
Nicht lobenswert ist, dass er damit auf halbem Wege stehenbleibt, wenn er den „größeren Sündenfall“ der SPD erst 2022 mit der „Zeitenwende“ der Regierung Scholz (SPD) ausmachen will, die ersten kriegerischen Sündenfälle in Jugoslawien und Afghanistan, die wie die „Zeitenwende“ von Olaf Scholz auch als Kniefälle vor den USA zu werten sind, aber geräuschlos unter den wackelnden Tisch der kriegstüchtigen deutschen Sozialdemokratie fallen lässt.
Fundamentale Kritik sieht anders aus.