Gastkommentar von Barbara Heller, zuerst veröffentlicht auf Bremen – so gesehen (Link) – dort finden sich auch zahlreiche interessante Kommentare zu dem Text.
„Wahrlich, wir leben in kriegerischen Zeiten, so könnte man den Anfang des berühmten Gedichtes „An die Nachgeborenen“ von Bertolt Brecht („Wahrlich, ich lebe in finsteren Zeiten“) konkretisieren.
Weltweit steigt die Zahl bewaffneter Konflikte. Seit dem Zweiten Weltkrieg gab es nie so viele Länder, die in kriegerische Auseinandersetzungen verwickelt waren, wie in den letzten Jahren. Die Militärausgaben weltweit sind so hoch wie nie zuvor. Für das Töten und Sterben wurden zuletzt 2,72 Billionen Dollar in einem Jahr ausgegeben. Ein Bruchteil dieser Summe würde ausreichen, um den Hunger in der Welt zu beseitigen. Alle 4 Sekunden stirbt ein Mensch an Hunger, 673 Millionen haben nicht genug zu essen. Kriege zerstören die Lebensgrundlagen der Menschen, beschleunigen die Umweltzerstörung. Wer Mensch und Natur retten will, muss sich zuallererst für Frieden einsetzen. Wer es ernst meint mit Menschenrecht und Menschenwürde, muss alle Kriege verurteilen. Weiter lesen… „Ostermarsch? Wichtiger denn je!“
Als sich am 12.Dezember 2025 die Nachricht von Rolf Beckers Tod verbreitete, war die Bestürzung unter denen, die ihn kannten, sehr groß. Rolf war mit seiner markanten Stimme und seinem Literatur, Kunst, Theater und Film politisch interpretierenden Ansatz weit über sein Berufsfeld als Schauspieler hinaus bekannt. Wodurch kam dieses frühe Interesse an Politik? Er hatte als Achtjähriger sein Schlüsselerlebnis mitten im 2. Weltkrieg, als sein Vater, ein Wehrmachtsgeneral, in der Schlacht am Kursker Bogen (bei Belgorod) am 4. August 1943 fiel. Er hatte bei seinem letzten Besuch auf die Verbrechen der Wehrmacht und die Morde des SD hinter den Kampflinien im Familienkreis hingewiesen und die militärische Niederlage der faschistischen Armee vorhergesagt. Rolfs Freund und Kollege Michael Weber vom Deutschen Schauspielhaus in Hamburg hat ihn auf der bewegenden Trauerfeier in der Hamburger Dreieinigkeitskirche von St. Georg am 7.1.2026 mit dem Resümee kurz vor seinem Tod zitiert: „Damit war alles, was an diese Figur (an meinen Vater) geknüpft war, mit einem Granatsplitter zerstört. Wenn man etwas als meine Lebensleistung bezeichnen kann, dann war es die, das bewältigt zu haben.“ 
