von Wilfried Preuß-Hardow
Anfang Juni dieses Jahres erschien die von Ralf Becker, Karen Hinrichs, Heinrich Schäfer und Theodor Ziegler herausgegebene ökumenische Friedensschrift „Wer Frieden will, muss mit dem Feind reden“. Sie kann als Gegenentwurf zu der unseligen Kriegsdenkschrift der EKD angesehen werden und richtet sich in erster Linie an ChristInnen und Kirchen, darüber hinaus aber bewusst auch an alle säkular friedensbewegten Menschen, sowie an Verantwortliche in Politik und Gesellschaft. In ihrer Argumentation nimmt sie Bezug auf die Bibel, aber auch auf Erkenntnisse der sozialwissenschaftlichen Friedens- und Konfliktforschung, insbesondere den Mythos der erlösenden Gewalt (Walter Wink) und die Entfaltung einer Friedenslogik (Anne-Margret Birckenbach).
Biblisch bezieht sich die Schrift vor allem auf die Kritik Jesu, auf den Splitter im Auge des anderen hinzuweisen und dabei den Balken im eigenen Auge zu ignorieren, sowie auf die goldene Regel (Alles, was ihr wollt, dass euch die Leute tun, das tut auch ihnen – populär in der negativen Form: was du nicht willst, dass man dir tut, das füg auch keinem anderen zu). In der Anwendung dieser biblischen Vorgaben auf die gegenwärtige politische Weltlage kommt die Schrift zu erfreulich klaren Aussagen. Einige Zitate mögen das exemplarisch verdeutlichen: Weiter lesen… „Wer Frieden will, muss mit dem Feind reden“


