Odessa Tage Bremen – Eine Wortmeldung

Foto: privat

Von Angelina Sörgel

Zur Feier der Städtepartnerschaft mit Odessa begeht der Bremer Senat jetzt zum 3. Mal eine Veranstaltungsreihe. Sie findet immer rund um den 21. November statt, den die Ukraine 2014 zu ihrem „Tag der Würde und Freiheit“ erklärt hat. Sie begann schon Ende Oktober; da waren zwei weitere ukrainische „Nationalfeiertage“ zu begehen, der umstrittene „Tag der ukrainischen Schrift und Sprache“ (seit 1997) und der „Tag der Befreiung von faschistischen Invasoren“ (seit 2009). Am 28. Oktober 1944 hatte die sowjetische Armee bei Tschop die faschistischen deutschen Besatzer der Ukraine, die NS-Armee, vertrieben.

Musik, Literatur, Bildende Kunst und Geschichte der Ukraine werden den Bürgern Bremens nahegebracht. Die Veranstaltungen finden überwiegend im Haus der Bürgerschaft statt, dem Sitz des bremischen Parlaments; ein Konzert wird im besten Konzerthaus Bremens, der Glocke, aufgeführt werden.

Die Städtepartnerschaft Weiterlesen… „Odessa Tage Bremen – Eine Wortmeldung“

Francesca Albanese im EU Parlament zu Palästina

Francesca Albanese, seit dem 1. Mai 2022 Sonderberichterstatterin der Vereinten Nationen für die seit 1967 besetzten palästinensischen Gebiete, war am 18. November 2025 auf Einladung einer Reihe von Europaabgeordneten im Europäischen Parlament, um über Palästina, Völkerrecht und die Rolle Europas zu sprechen.

Francesca Albanese, deren Amtszeit im April 2025 um weitere drei Jahre verlängert wurde, ist absolut beeindruckend. Obwohl sie aufgrund ihrer klaren, an der Menschlichkeit und am Völkerrecht orientierten Haltung immer wieder heftigen Angriffen, Verleumdungen und Abberufungsversuchen ausgesetzt ist, bleibt sie souverän, gelassen und bescheiden. Danke, dass es solche Stimmen gibt!

Monitor deckt auf:
Rüstungsboom ruiniert langfristig die Wirtschaft

Früher war sie das „Schmuddelkind“ der deutschen Industrie – jetzt ist die Rüstungsindustrie gefragt wie nie: Steigende Aktienkurse, volle Auftragsbücher, auch Start-ups werden mit Geld vom Bund und von privaten Investoren geflutet. Fachleute sprechen von einem Verdrängungseffekt, der der Wirtschaft mehr schaden als nützen könnte, weil das Geld an anderen Stellen fehle.

Quelle: WDR / Monitor (LINK)

Machen sich die christlichen Kirchen kriegstüchtig?

Beide großen christlichen Kirchen in Deutschland haben in den vergangenen Tagen Beschlüsse gefasst, die aufhorchen lassen. Das, was der frühere Kanzler Scholz mit der Zeitenwende proklamiert hat, scheint nun auch von den Kirchen unterstützt zu werden. Die Militarisierung der Gesellschaft hat jetzt auch die Kirchen erreicht.

Die evangelische Kirche veröffentlichte in diesen Tagen eine Friedensdenkschrift, die eine deutliche Abkehr von früheren friedenspolitischen Positionen darstellt. Zu diesem Papier, das etwa 170 Seiten umfasst, gibt es inzwischen eine Reihe kritischer Stellungnahmen, auf die wir hinweisen.

In die gleiche militaristische Richtung geht eine Stellungnahme von den katholischen Bischöfen. Die Deutsche Bischofskonferenz veröffentlichte eine Erklärung zur Wehrpflicht. Michael von der Schulenburg, Abgeordneter im EU-Parlament, hat dazu einen Offenen Brief an Pax Christi geschrieben (Link), in dem er sein Entsetzen über die „Rechtfertigung von Kriegsvorbereitung“ mitteilt.

Wir veröffentlichen im Folgenden eine erste Stellungnahme zur EKD-Denkschrift von Wilfried Preuß-Hardow und weiter unten den Offenen Brief von Michael von der Schulenburg an Pax Christi (Link). Weiterlesen… „Machen sich die christlichen Kirchen kriegstüchtig?“

Demo gegen Wehrpflicht

Um die Tätigkeit gegen das Wehrpflichtgesetz, die Erfassung und Rekrutierung ein Stuck weit zusammenzufassen, sollen am 8. November in möglichst vielen Städten Demonstrationen gegen die Wehrpflicht stattfinden. Statt der Zersplitterung, die wir uns im Antikriegskampf auf keinen Fall mehr leisten können, kann der 8.11. eine Möglichkeit darstellen, sich durch dezentrale Demonstrationen zu zentralisieren. Kein bestehendes Bündnis, keine Initiative gegen die Wehrpflicht soll damit infrage gestellt werden, im Gegenteil.
lhr seid Einzelpersonen oder eine Gruppe, und wollt mitmachen oder eine Demonstration machen, in einer noch nicht gelisteten Stadt, dann meldet euch!

Wer sind wir?

Wir sind Schüler*innen, Studierende, Azubis und Arbeitende, die in unterschiedlicher Weise von der _ voranschreitenden Militarisierung betroffen sind. Einige von uns werden bei der Wiedereinführung der Wehrpflicht den Dienst an der Waffe ausüben müssen, andere sollen ihren Job aufgeben und werden in die Rüstungsproduktion gedrängt. Wieder andere mussten bereits vor Kriegen fliehen, an denen der deutsche Staat beteiligt war. Längst sind Milliarden und Billionen für Rüstung und Militär vom Bundestag‘ beschlossen worden. Die deutsche Aufrüstungspolitik betrifft uns also alle. Zunächst ist sie unbequem, kostet Geld und bald ist sie brandgefährlich. In der Vergangenheit sind wir der vollständigen Zerstörung unserer Welt durch das Wettrüsten der Weltmächte knapp entkommen. Deshalb brauchen wir heute mehr als je zuvor eine starke Antikriegsbewegung.